Genehmigung

Außengastronomie in Köln: Erlaubnis, Gebühren, Schirmregeln

Zonen, Fristen bis 2028 und die 2,50-m-Regel für Schirme.

Datenstand 2026-10-24·Redaktion Schatten Atlas

Für Außengastronomie in Köln auf Gehweg oder Platz brauchen Sie eine erweiterte Gaststättenerlaubnis und eine Sondernutzungserlaubnis, unter Umständen auch eine baurechtliche Genehmigung. Die Sondernutzungserlaubnis gilt für die Saison (1. März bis 31. Oktober) oder das Jahr. Je m² nennt die Stadt 2,80 bis 7,90 Euro im Monat (Serviceseite), ihre Satzung für die Saison ohne Theke einmalig 9,30 bis 41,40 Euro; dazu kommen mindestens 152,50 Euro Verwaltungsgebühr. Schirme: einheitlich, mindestens 10 cm Abstand, 2,50 m lichte Höhe im Traufbereich. Die zum 1. Oktober 2026 geplante Umstellung der Internationalen Zone hat die Stadt verschoben.

Schirmregeln im Kölner Regelwerk, Juni 2025:

RegelGiltNr.
Schirme und Markisen eines Betriebs einheitlich in Form und FarbeGesamt­stadtB II 6.1
Mindestens 10 cm Abstand zwischen den SchirmenGesamt­stadtB II 6.2
Wasser­rinnen nur in Farbe und Material des SchirmsGesamt­stadtB II 6.3
Lichte Höhe mind. 2,50 m im Trauf­bereichGesamt­stadtC I 5
Front- und Seiten­teile an Schirmen nicht zulässigGesamt­stadtB II 8
Alles „vollständig und jederzeit“ innerhalb der genehmigten FlächeGesamt­stadtB I 1
Keine Elemente auf Baum­scheiben; 1,50 m zu geschützten BäumenGesamt­stadtB II 6.4, C I 2
Schacht­deckel, Schieber, Abflüsse nicht verdeckenGesamt­stadtB I 5
Gas­heizpilze und Gas­heiz­strahler grundsätzlich nichtGesamt­stadtB II 10.3
Mobiliar außerhalb des Genehmigungs­zeitraums entfernen; bei Jahres­erlaubnis auch, wenn länger nicht betrieben, etwa im WinterGesamt­stadtB II 11.4
Keine zusätzlichen Werbe­träger wie Schilder, Fahnen, Beach­flags; Ausnahme Preis­liste am EingangGesamt­stadtB II 9.1
Schirme grundsätzlich in Boden­hülsen, Genehmigung beim Amt für öffentliche OrdnungInter­nationale ZoneB II 6.5
1,50 m Abstand zu Baum­kronen und -stämmenInter­nationale ZoneB II 6.6
Außenbereiche nicht beheizen; Infrarot kann zugelassen werden, wenn schon Strom da istEmpfehlungQualitäts­standard V
Werbung nur auf Schirmen und dem Volant von MarkisenEmpfehlungQualitäts­standard IV
Unter Bäumen gedeckte Farben; Blick auf historische Bauwerke freihaltenEmpfehlungQualitäts­standard I

Allgemeine Information nach den Unterlagen der Stadt Köln, Stand Abruf 24.10.2026 — keine Rechtsberatung; maßgeblich ist Ihr Bescheid. „Gesamtstadt“ und „Internationale Zone“ sind verbindliche Nebenbestimmungen bzw. Vorgaben; „Empfehlung“ sind die Qualitätsstandards; sie haben laut Stadt „einen empfehlenden Charakter“.

Welche Genehmigungen brauche ich in Köln?

Genehmigungwofür, wie oftGebühr laut Stadt
Erweiterte Gaststätten­erlaubnisAusschank auf der Außenfläche; einmalig198,25 bis 3.500 Euro
Sondernutzungs­erlaubnisTische, Stühle, Schirme auf öffentlichem Straßenland; jedes Jahr neu, Saison 1.3.–31.10. oder Jahr 1.1.–31.12.Verwaltungs­gebühr mind. 152,50 Euro plus Gebühr je m²
Baurechtliche Genehmigungunter Umständen; einmaligkeine Angabe

Die Stadt verlangt eine gültige Gaststättenerlaubnis oder die Gewerbeanmeldung und einen formlosen schriftlichen Antrag mit Lageplan im Maßstab 1:100 oder 1:50. Der Lageplan zeigt die tatsächlichen Gegebenheiten, zum Beispiel Gehweg, Straßenlaternen und Mülleimer, und nennt die Zahl der Plätze und die Größe der Fläche. „Eine Vorsprache ist erforderlich“, nur mit bestätigtem Termin bei der Gewerbeabteilung – Gastroservice. Bei einem wiederholten Antrag kann eine Person mit schriftlicher Vollmacht und eigenem Ausweis für Sie vorsprechen. Die Verlängerung geht online.

Für die baurechtliche Genehmigung verweist die Stadt auf das Infoblatt des Bauaufsichtsamts; unter den Downloads der Serviceseite steht es derzeit nicht. Für temporäre Wind- und Wetterschutzelemente und Heizgeräte verlangt die Serviceseite eine Mitteilung. Das dort verlinkte Formular „Mitteilung über temporäre Aufstellelemente auf einer genehmigten Außengastronomiefläche“ stammt aber aus der Corona-Regel: Es meldet „temporär bis zum 31.12.2024 befristete“ Elemente und lässt mehr zu als das Regelwerk, zum Beispiel 2 m hohe Elemente. Fragen Sie vor dem Aufstellen bei der Gewerbeabteilung – Gastroservice nach, welches Verfahren heute gilt. Rechtsgrundlagen laut Stadt: § 2 GastG, § 18 Abs. 1 StrWG NRW, §§ 32, 33 i. V. m. § 46 Abs. 1 StVO und die Sondernutzungssatzung.

Was kostet Außengastronomie in Köln?

Die Stadt nennt zwei verschiedene Sätze. Die 2,80 Euro der Serviceseite stehen in keiner Zeile des Satzungstarifs für Außengastronomie. Welcher Satz für Ihre Fläche gilt, steht erst im Gebührenbescheid.

Beispielrechnung für 40 m², Saison März bis Oktober, ohne Theke (Spanne, keine Gebührenzusage):

GrundlageRechnungGebühr
Serviceseite, 8 Monate40 × 8 × 2,80 bis 40 × 8 × 7,90 Euro896 bis 2.528 Euro
Satzung, Tarif 5.2.1, einmalig40 × 9,30 bis 40 × 41,40 Euro372 bis 1.656 Euro

Dazu kommt jeweils die Verwaltungsgebühr von mindestens 152,50 Euro.

Ab wann gelten die neuen Regeln für meinen Betrieb?

Die Stadt hat das Umsetzungskonzept am 20. Februar 2026 vorgestellt, in einer Pressemitteilung und einer Mitteilung im Ratsinformationssystem. Es hat vier Phasen:

  1. Seit 2025 genehmigt die Stadt neue Flächen in allen Bedeutungszonen nur unter Berücksichtigung des Regelwerks. Die Corona-Erleichterungen gibt es nicht mehr.
  2. Internationale Zone: geplant zum 1. Oktober 2026, verschoben (siehe unten).
  3. Zone mit stadtweiter Bedeutung: laut Konzept ab 2027.
  4. Zone mit nachbarschaftlicher Bedeutung: laut Konzept ab 2028.

Die Umstellung der Internationalen Zone hat die Stadt verschoben. Grund ist ein Beschluss des Hauptausschusses vom 10. August 2026: Flächen im unmittelbaren Bereich des Betriebs, insbesondere angrenzende Parkplätze, sollen grundsätzlich genehmigungsfähig sein. Die Stadt prüft, wie sie das umsetzt. An die Wirte schrieb sie: „Bis zur endgültigen Klärung verschieben wir daher die Umsetzung zum 1. Oktober. Sie müssen aktuell keine neuen Anträge stellen.“ Kontrollen bleiben laut Stadtsprecher vorerst aus (Kölner Stadt-Anzeiger, 1. Oktober 2026).

Ob sich die Termine für 2027 und 2028 ebenfalls verschieben, hat die Stadt nicht mitgeteilt. Fragen Sie bei der Gewerbeabteilung – Gastroservice nach, bevor Sie Mobiliar oder Bodenhülsen nach dem neuen Regelwerk bestellen.

Welche Zone für Ihre Straße gilt, zeigt der Bedeutungsplan der Stadt Köln. Dom-Umgebung und Altstadt liegen laut Regelwerk in der Internationalen Zone. Laut Kölner Stadt-Anzeiger gehören auch Teile von Deutz rund um die Messe dazu.

Erreicht mein Schirm 2,50 m lichte Höhe?

Das Regelwerk verlangt 2,50 m lichte Höhe im Traufbereich, also am Rand des Schirmdachs, wo auch ein Volant hängt. Die Hersteller nennen dafür die Durchgangshöhe, ohne und mit Volant.

Durchgangshöhe laut Hersteller, Stand Abruf 23.10.2026 — Herstellerangabe, keine Norm; Hersteller alphabetisch.

Modell, Befestigungohne Volantmit Volant
Glatz Palazzo Royal, Boden­hülse M16 (Contract Book, S. 21)260 cm230 cm
Glatz Palazzo Noblesse, Boden­hülse M4/M8 (S. 25)235 cm210 cm
Glatz Palazzo Style, Boden­hülse M4 (S. 29)235 cm210 cm
Glatz Castello Pro, Boden­hülse M4 (S. 33)225 cm200 cm
MAY SCHATTELLO rund Ø 2,5–4,5 m, Anker­hülse (Katalog, PDF-S. 86)237 cm (Ø 4,0 m: 227 cm)212 cm (Ø 4,0 m: 202 cm)
MAY ALBATROS rund Ø 4,0–4,5 m, Ankerfuß AZ120 (PDF-S. 168)242 cm214 cm

In Bodenhülse bzw. Ankerfuß erreicht mit Volant keiner dieser Schirme 2,50 m. Ohne Volant schafft es nur der Palazzo Royal mit 260 cm.

Ihren Schirm, Ihre Befestigung und Ihre Zone prüfen:

Schirm-Check Köln: 2,50 m am Schirmrand?

Vorbelegt: Palazzo Noblesse in Bodenhülse mit Volant, Internationale Zone. Höhen laut Hersteller.

Volant (Behang am Schirmrand)

Am Schirmrand 210 cm: unter 2,50 m — es fehlen 40 cm.

Rechenweg: Durchgangshöhe Glatz Palazzo Noblesse (Contract Book S. 25) plus Zuschlag der Befestigung laut Hersteller, verglichen mit 250 cm lichter Höhe im Traufbereich nach Regelwerk C I 5 · Glatz, Contract Book, Stand Januar 2026. Herstellerangabe, keine Norm; Orientierung, keine Rechtsberatung, Stand 23.10.2026; maßgeblich ist Ihr Bescheid.

Auf anderen Befestigungen ändern sich die Maße. Glatz nennt für Palazzo Style und Castello Pro auf dem Sockel M4 mit 180 kg plus 15,5 cm. MAY nennt für den SCHATTELLO auf Standrahmen je nach Typ plus 5,5 bis 24,5 cm, für den ALBATROS auf Standrahmen plus 1,5 bis 14 cm und auf Betonständern plus 46 bis 52,5 cm (PDF-S. 168). Damit läge der ALBATROS auf Betonständern auch mit Volant über 2,50 m. In der Internationalen Zone sind Bodenhülsen aber grundsätzlich vorgeschrieben (B II 6.5).

Glatz schreibt: „Ist eine minimale oder maximale Durchgangshöhe gewünscht, ist dies mit Glatz abzustimmen.“ Für den ALBATROS nennt MAY gegen Aufpreis einen „z. B. um 20 cm“ verlängerten Schirmmast, im Katalog als Lösung für Betonplatten-Ballast, mit dem Hinweis „Höhenmaß 20 cm hochrechnen“. Klären Sie die Höhe am Schirmrand mit dem Hersteller, bevor Sie bestellen. Beim Abstand zwischen Schirmen verlangt Köln mindestens 10 cm, Glatz beim Palazzo Royal 30 cm, bei Noblesse, Style und Castello Pro 25 cm (Contract Book S. 21, 25, 29, 33). Es gilt der größere Wert.

Brauche ich in Köln eine Bodenhülse?

In der Internationalen Zone grundsätzlich ja (B II 6.5); für bestehende Flächen gilt das erst mit der verschobenen Umstellung. Die Hülse braucht eine eigene Genehmigung beim Amt für öffentliche Ordnung. Außerhalb nennt das Regelwerk keine Hülsenpflicht. Vor dem Setzen: keine Schachtdeckel, Schieber oder Abflüsse überbauen (B I 5); nach Ablauf die Fläche „schadenfrei und im ursprünglichen Zustand“ zurückgeben (C I 3). Maße, Tiefe und Beton der Hülse: Bodenhülse einbetonieren.

Wie viel Gehweg muss frei bleiben?

Was das für Gastro, Hotel und Planer heißt

Rahmen für alle Städte: Außengastronomie und Sondernutzungserlaubnis. Logo auf dem Schirm: Sonnenschirm mit Logo. Wind- und Wetterschutz im Städtevergleich: Windschutz in der Außengastronomie. Welche Hülse zu welchem Schirm passt: Bodenhülse für Sonnenschirme.

Häufige Fragen

Wie lange gilt die Sondernutzungserlaubnis für Außengastronomie in Köln?

Für die Saison vom 1. März bis 31. Oktober oder als Ganzjahreserlaubnis vom 1. Januar bis 31. Dezember. In der Regel wird sie jedes Jahr neu beantragt; die Verlängerung geht online. In der Internationalen Zone kann die Stadt Erlaubnisse für 2026 bis 2028 erteilen. Die dort zum 1. Oktober 2026 geplante Umstellung auf das neue Regelwerk ist verschoben; neue Anträge sind dafür derzeit nicht nötig.

Was kostet eine Außengastronomie-Fläche in Köln?

Die Stadt Köln nennt zwei Sätze. Laut ihrer Serviceseite kostet die Fläche 2,80 bis 7,90 Euro je m² und Monat, je nach Lage; für 40 m² über 8 Monate sind das 896 bis 2.528 Euro. Die Sondernutzungssatzung der Stadt (Fassung vom 14. Juni 2022) berechnet die Saison März bis Oktober dagegen einmalig mit 9,30 bis 41,40 Euro je m² ohne Theke, für 40 m² also 372 bis 1.656 Euro. Dazu kommen mindestens 152,50 Euro Verwaltungsgebühr. Maßgeblich ist der Gebührenbescheid.

Müssen Sonnenschirme in Köln in eine Bodenhülse?

In der Internationalen Zone von Köln grundsätzlich ja (Regelwerk B II 6.5); die Genehmigung holen Sie beim Amt für öffentliche Ordnung ein. Für bestehende Betriebe dort hat die Stadt die zum 1. Oktober 2026 geplante Umstellung verschoben. Außerhalb dieser Zone nennt das Kölner Regelwerk keine Hülsenpflicht.

Darf ich in Köln Heizstrahler unter den Schirm hängen?

Gasheizpilze und Gasheizstrahler sind in Köln grundsätzlich nicht zugelassen (Regelwerk B II 10.3, verbindlich). Nach den Qualitätsstandards der Stadt (Empfehlung) sollen Außenbereiche nicht beheizt werden; kabellose, umweltschonende Heizalternativen können genutzt und vorzugsweise in die Schirmkonstruktion integriert werden. Infrarot-Strahler können zugelassen werden, wenn bereits eine Stromquelle vorhanden ist; oberirdische, insbesondere stromführende Leitungen sind untersagt (B I 3). Ob Heizgeräte gemeldet oder genehmigt werden müssen, klären Sie mit der Gewerbeabteilung – Gastroservice; das Mitteilungsformular der Serviceseite war bis 31.12.2024 befristet.

Sind Seitenwände am Sonnenschirm in Köln erlaubt?

Nein. Front- und Seitenteile, die an Sonnenschirmen oder Markisen befestigt sind, sind laut Kölner Regelwerk nicht zulässig (B II 8). Wasserrinnen in Farbe und Material des Schirms sind erlaubt (B II 6.3).

Quellen

Abgerufen am 23.10.2026; Serviceseite und Regelwerk der Stadt Köln erneut am 24.10.2026.

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