Genehmigung

Heizpilz-Verbot: Was Städte in der Außengastronomie erlauben

Stadtrecht statt Bundesgesetz: zwölf Städte im Wortlaut, Gas und Strom getrennt.

Datenstand 2026-10-24·Redaktion Schatten Atlas
Gastro-Terrasse mit großen quadratischen Sonnenschirmen und gedeckten Tischen
Symbolbild. Keine dokumentierte Anlage, kein Herstellerbezug.

Ob Sie auf Gehweg oder Platz heizen dürfen, entscheidet die Stadt: in Sondernutzungssatzung, Richtlinie oder Bescheid. Ein Heizpilz-Verbot heißt deshalb überall etwas anderes. München verbietet Heizstrahler, Nürnberg jede Heizung. Hannover untersagt Gas, Köln lässt Gas grundsätzlich nicht zu. Frankfurts Leitfaden verbietet Gasstrahler nicht, setzt aber Brandschutzauflagen. Zwölf Städte, alphabetisch:

StadtGasStrom, Infrarot
Augsburg, Innen­stadtunzulässigunzulässig
Berlin, sechs BezirkeAb­sprache von 2008: ab 2009 nicht mehr auf Straßen­land; heute Bezirks­amt fragenBezirks­amt fragen
Frankfurt am Mainnicht verboten, aber nicht unter Markise oder Pavillon mit Seiten­teilen rundummöglich, aber keine Leitung über Gehweg oder Luftraum
Hamburglaut Senats­weisung seit 3. Mai 2021 „nicht zu erlauben“; Bezirks­amt fragenebenso
Hannoveruntersagtin der Satzung nicht genannt
Kölngrund­sätzlich nicht zuge­lassenInfrarot kann zuge­lassen werden, wenn bereits eine Strom­quelle vorhanden ist
LeipzigFaltblatt 2006: Auflagen (DIN-Vor­schriften, Brand­schutz­amt)im Faltblatt nicht genannt
Mönchen­gladbach, Innen­städteausge­schlossen seit 1. April 2023, außer CO2-neutral betrie­bene Geräteelektrische Heizpilze ausge­schlossen, CO2-neutral betrie­bene Geräte zulässig
Münchennicht gestattetnicht gestattet
Neuenburg am Rhein, erweiterte Innen­stadtunzulässigunzulässig
Nürnberguntersagtuntersagt
Stuttgart, Innen­stadtRichtlinie 2007: nur April bis Oktober ab 20 Uhr; aktueller Stand nicht veröffent­lichtnur ohne Leitung über öffent­liche Fläche (Vorlage 2021)

Allgemeine Information nach den Dokumenten der Städte, Stand Abruf 24.10.2026 — keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist Ihr Bescheid. Alle Regeln auf dieser Seite gelten für öffentliche Flächen wie Gehweg und Platz.

Was steht in den Regeln der Städte?

Der Wortlaut, mit Dokument und Fundstelle:

Gas oder Strom: Wo liegt der Unterschied?

Die Städte ziehen die Grenze unterschiedlich:

Wer elektrisch heizen darf, braucht noch Strom am Platz. Frankfurt lässt keine Zuleitung über Gehweg und Luftraum zu, Köln keine oberirdischen Leitungen. Liegt die Fläche nicht direkt am Lokal, bleibt meist nur eine Leitung im Boden zur Hülse und durch den Mast. Auch die Hülse im Gehweg kann eine eigene Genehmigung brauchen: In Frankfurt sind Bodenverankerungen für Schirme „genehmigungs– und kostenpflichtig“; Genehmigung und Einbau übernimmt das Amt für Straßenbau und Erschließung. Köln nennt als Alternative kabellose, umweltschonende Heizalternativen, „vorzugsweise in die Schirmkonstruktion integriert“. Was das für Hülse und Zuleitung heißt: Elektrischer Sonnenschirm mit Heizstrahler.

Heizstrahler am Sonnenschirm: Was verlangen die Hersteller?

Herstellerangabe, Stand Abruf 24.10.2026 — keine Norm. Drei Hersteller, alphabetisch:

Gasstrahler unter dem Schirm: Frankfurt verlangt Abstand nach oben und zur Seite. Seitenteile an Schirmen sind dort auf öffentlicher Fläche grundsätzlich ohnehin nicht gestattet. Motor, Licht und Heizung bei sechs Herstellern: Elektrischer Sonnenschirm. Seitenwand, Regenrinne und Heizung zusammen planen: Sonnenschirm-Seitenwand.

Kann ich gegen ein Heizverbot vorgehen?

Die Erlaubnis für die Fläche liegt im Ermessen der Behörde. Zwei Verfahren zeigen, worauf es ankommt:

Der erste Schritt ist also ein Antrag bei der Stadt, mit Gerät und Standort. Prüfen Sie auch Ihre alten Bescheide: Im bayerischen Fall erlaubten sie Heizstrahler noch. Keine Rechtsberatung; vor einem Verfahren lassen Sie sich anwaltlich beraten.

Was gilt auf privatem Grund?

Die Regeln oben betreffen öffentliche Flächen: Hannover schreibt „auf öffentlichen Flächen“, Hamburg meint den Gehweg vor dem Lokal. Auf Hof, Biergarten oder Hotelterrasse auf eigenem Grund brauchen Sie keine Sondernutzungserlaubnis. Andere Genehmigungen bleiben: In Frankfurt ist Außengastronomie auf privater Fläche baugenehmigungspflichtig. Fragen Sie die Bauaufsicht, ob Ihre Genehmigung etwas zu Heizgeräten sagt.

Was gehört in den Antrag?

Hamburg verlangt für Heizgeräte ein Sicherheitsdatenblatt oder einen Konformitätsnachweis und ihre Position im Aufstellungsplan. Diese Angaben helfen in jeder Stadt:

  1. Gerät: Gas oder Strom, Leistung, Datenblatt.
  2. Standort: Position im Plan, Abstand zu Schirmtuch und Markise.
  3. Strom: Weg der Leitung, ohne Kabel über Gehweg oder Luftraum.
  4. Betrieb: Monate und Uhrzeit, wenn die Stadt dafür Grenzen setzt.

Was heißt das für Gastronomie, Hotel und Planer?

Wo und wie Sie die Fläche beantragen: Sondernutzungserlaubnis für Außengastronomie.

Häufige Fragen

Sind Heizpilze in Deutschland verboten?

Nicht überall. Ob Heizpilze auf öffentlichen Flächen der Außengastronomie stehen dürfen, regelt jede Stadt selbst, in Satzung, Richtlinie oder Bescheid. München, Nürnberg, die Augsburger Innenstadt und Neuenburg am Rhein verbieten Gas- und Elektrostrahler. Hannover untersagt Gas, Köln lässt Gas grundsätzlich nicht zu. Frankfurts Leitfaden verbietet Gasstrahler nicht, setzt aber Brandschutzauflagen.

Sind Elektro-Heizstrahler erlaubt, wenn Gas verboten ist?

Manchmal. Köln kann Infrarot-Strahler zulassen, wenn bereits eine Stromquelle vorhanden ist, und Hannovers Satzung verbietet nur Gas. München, Nürnberg, die Augsburger Innenstadt und Neuenburg am Rhein schließen auch elektrische Strahler aus, Mönchengladbach in seinen Innenstädten elektrische Heizpilze, die nicht CO2-neutral betrieben werden.

Darf ich einen Heizstrahler am Sonnenschirm betreiben?

Technisch ja: Caravita, Glatz und MAY bieten Infrarotstrahler mit 1.400 bis 1.500 W für ihre Schirme an; Caravita und Glatz verlangen dafür eine 400-V-Zuleitung. Ob Sie ihn auf öffentlicher Fläche betreiben dürfen, regelt die Stadt. Glatz verlangt, die Strahler bei starkem Wind abzuschalten, mindestens 15 Minuten auskühlen zu lassen und zu entfernen; Caravita, sie vor dem Schließen abkühlen zu lassen.

Gilt ein Heizpilz-Verbot auch auf privatem Grund?

Die hier zitierten Regeln gelten für öffentliche Flächen wie Gehweg und Platz. Auf eigenem Grund brauchen Sie dafür keine Sondernutzungserlaubnis. Bau- und Gaststättenrecht gelten dort weiter; in Frankfurt ist Außengastronomie auf privater Fläche baugenehmigungspflichtig.

Kann man gegen ein Heizverbot klagen?

Ja, aber in den beiden Verfahren auf dieser Seite ohne Erfolg. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hielt 2011 die Ablehnung eines Gasheizstrahlers aus Klimaschutzgründen für rechtmäßig. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof wies 2023 die Beschwerde eines Cafés zurück, das Ökostrom-Strahler im Eilverfahren wollte, ohne sie vorher bei der Stadt beantragt zu haben.

Quellen

Abgerufen am 24.10.2026. Herstellerangaben gelten für das genannte Modell, Stand Abruf — keine Norm.

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