Genehmigung

Außengastronomie: Fläche, Schirm, Genehmigung

Außengastronomie ist Fläche plus Bewirtung plus Schatten plus Wind. Öffentlicher Grund braucht Sondernutzung; der Schirm folgt der Fläche.

Datenstand 2026-10-20·Redaktion Schatten Atlas
Gastro-Terrasse mit großen quadratischen Sonnenschirmen und gedeckten Tischen
Symbolbild. Keine dokumentierte Anlage, kein Herstellerbezug.

Außengastronomie ist die Bewirtung im Freien als System: Fläche, Möbel, Schatten, Wind und Betrieb. Auf privatem Grund geht es um Platz, Ausführung, Gaststätten- und Baurecht. Auf öffentlichem Straßenland kommt die Sondernutzungserlaubnis hinzu. Der Schirm folgt der Fläche, nicht umgekehrt. Wer nur den Schirm kauft, hat das System nicht geplant.

LageStraßenrechtGaststättenrechtSchirm und Anker
Private Terrasse, Hotelgarten, Innenhofin der Regel keine SondernutzungFreischankfläche, soweit ausgeschenkt wirdHülse üblich, wenn der Belag es hergibt
Gehweg vor dem Lokal (Schankvorgarten)SondernutzungFreischankfläche danebenMast und Fuß zählen oft zur belegten Fläche; Bohren oft untersagt
Platz, Promenade, abgesetztSondernutzungZuordnung zum Betrieb prüfenoft Ballast und Rückbau
Mast auf der Grundstücksgrenzeschnell beidesbeidesein Fuß auf öffentlichem Grund macht den privaten Aufbau erlaubnispflichtig

Orientierung, kein Antrag. Kommunale Gebühren nur mit öffentlicher Quelle — Berlin und München unter Sondernutzungserlaubnis, Hamburg unter Außengastronomie in Hamburg, Köln unter Außengastronomie in Köln.

Fläche zuerst

Bevor Möbel und Schirme bestellt werden, ist die Fläche klar. Drei Fragen:

Die zweite Frage entscheidet den Rechtsweg. Die dritte entscheidet Verankerung und Schirmtyp. Die erste entscheidet die Stückzahl.

Zwei kleine Schirme können den Nachmittag besser halten als ein sehr großer, der die Tische ab einem bestimmten Sonnenstand freigibt. Rechner: Sonnenstand und Schattenwurf.

Private Terrasse, Hotelgarten, Innenhof: hier gilt in der Regel kein Straßenrecht. Es gelten Gaststättenrecht, Baurecht, Nachbarrecht, manchmal Denkmalschutz oder die Hausordnung des Vermieters. Öffentlicher Gehweg, Platz, Promenade: Sondernutzung, sobald Tische den Gemeingebrauch verdrängen.

Mischen Sie die beiden nicht in einer Bestellung.

Möbel, Schirm, Wind

Die Bestuhlung bestimmt die Fläche. Der Schirm bestimmt, ob die Fläche zur Stoßzeit nutzbar bleibt. Der Wind bestimmt, ob der Schirm offen bleiben darf.

Für den Schirm in diesem System:

Kriterien ohne Testsieger: Gastronomie-Sonnenschirm. Garnituren in Reihen, Kies und Abendsonne: Biergartenschirme auf Kies und am Abend.

Wind auf der Terrasse ist nicht nur der Schirm. Deshalb planen Betriebe zusätzlich Windschutz in der Gastronomie. Auf öffentlichem Grund ist Windschutz oft stärker reglementiert: Sicht, Durchgang, Einhausung. Das steht in der Auflage, nicht im Katalog. Seitenwände direkt am Schirm: was Köln und andere Städte regeln.

Ein Betriebskonzept für Wind enthält mindestens: wer darf öffnen und schließen; ab welcher Lage der Schirm zu bleibt, auch wenn Gäste sitzen; wo das Tuch über den Winter lagert (Schirme zum Saisonende reinigen und einlagern); was bei Böen am Nachmittag passiert. Die Erlaubnis schützt davor nicht.

Genehmigung, wenn der Grund öffentlich ist

Steht die Außengastronomie auf der Straße, brauchen Sie die Sondernutzungserlaubnis. Tische und Stühle auf dem Gehweg sind der Standardfall. Schirme zählen oft zur belegten Fläche, sobald sie darauf stehen.

Die Unterlagen für den Antrag ähneln sich von Stadt zu Stadt, im Detail unterscheiden sie sich. Berlin: eine Skizze mit Nutzungszeitraum, Fläche und Standort. München: einen maßstabsgetreuen Plan 1:100 und Fotos. Stuttgart: einen bemaßten Plan 1:200 mit Mobiliar, Straßenschildern und Restgehwegbreite, dazu ein Foto der Örtlichkeit. Was der Antrag nicht ersetzt: die gaststättenrechtliche Einordnung der Freischankfläche, die Statik des Schirms, die Hausregeln gegenüber Personal. Köln nennt für Straßenland bis zu drei Genehmigungen: erweiterte Gaststättenerlaubnis, Sondernutzungserlaubnis und unter Umständen eine baurechtliche Genehmigung; die Sondernutzung beantragen Sie dort jedes Jahr neu (stadt-koeln.de, Außengastronomie auf öffentlichem Straßenland, abgerufen 2026-10-20). Werbung auf Schirmtüchern ist oft eigens geregelt, manchmal nur am Volant: Sonnenschirm mit Logo.

Planen Sie Wochen ein: Stuttgart nennt etwa 8 Wochen für einen Neuantrag und etwa 4 Wochen für einen Folgeantrag ohne Änderungen (stuttgart.de, Straßen- und Außenwirtschaften, abgerufen 2026-10-20). Gebühren setzt jede Stadt selbst fest. Beträge für Berlin und München sowie den Städtevergleich des Bundes der Steuerzahler finden Sie unter Sondernutzungserlaubnis, Abschnitt Kosten.

Einsatz: Gastronomie.

Private Fläche ist kein rechtsfreier Raum

Auf eigenem Grund entfällt die straßenrechtliche Erlaubnis. Es bleiben Gaststättenrecht, Baurecht, Abstände, Lärm, Nachbarschaft, Verkehrssicherung (Schirm, Hülse, nasser Belag) und Vorgaben des Vermieters — oft inklusive Bohrverbot.

Ob die private Außenfläche eine Baugenehmigung braucht, regelt die Bauordnung des Landes. Stuttgart verlangt für Außengastronomie auf Privatfläche eine baurechtliche Genehmigung, und die Fläche gehört in die Gewerbeanzeige (stuttgart.de, Straßen- und Außenwirtschaften, abgerufen 2026-10-20). In Bayern sind Freischankflächen bis 100 m² samt der damit verbundenen Nutzungsänderung der Gaststätte verfahrensfrei (Art. 57 Abs. 1 Nr. 15 Buchst. d BayBO, Text gültig ab 01.05.2026) — verfahrensfrei heißt nicht regelfrei. Wie Freischankfläche und Sondernutzung zusammenhängen: Freischankfläche oder Sondernutzung.

Dachterrassen und Tiefgaragen sind der häufige Fall, in dem Ballast die Hülse ersetzt. Die private Fläche macht den Schirm nicht windfest. Sie macht nur den Antrag bei der Straßenbehörde überflüssig.

Wie lange darf die Außengastronomie öffnen?

Das regelt jede Stadt anders, oft im Bescheid. Drei Beispiele, abgerufen 2026-10-20:

StadtBetriebszeit draußenMusik und Lärm
Kölnspätestens 24 Uhr Schluss, letzte Bestellung bis 23:45 Uhr empfohlenab 22 Uhr darf kein Lärm mehr ausgehen
München, Freischankfläche auf öffentlichem Grundin der Regel 6 bis 23 Uhr; April bis September freitags, samstags und vor Feiertagen grundsätzlich bis 24 UhrBeschallung unzulässig
StuttgartEnde in der Regel um 22 oder 23 UhrBeschallung der Außenfläche untersagt

Sind unzumutbare Belästigungen der Anwohner zu erwarten, kann München einen früheren Schluss anordnen.

Quellen: stadt-koeln.de, Außengastronomie und Biergärten; Münchner Sondernutzungsrichtlinien, § 23 Abs. 4 und 11; stuttgart.de, Straßen- und Außenwirtschaften.

Für den Schatten heißt das: Die Fläche arbeitet bis in den Abend, wenn die Sonne tief steht und unter dem Tuch hindurchscheint. Wohin der Schatten Ihres Schirms um 19 Uhr wandert und wie viel Fläche dann noch im Schatten liegt, zeigt der Schattenwurf-Rechner.

Reihenfolge

Fläche messen und Eigentum klären. Sitze und Stoßzeiten festlegen. Schatten und Windlage beschreiben. Bei öffentlichem Grund: Amt und Satzung, dann Antrag mit Skizze. Schirme und Verankerung zur genehmigten oder privaten Fläche passend bestellen. Personal auf Schließzeiten verpflichten.

Wer umgekehrt kauft — erst den Großschirm, dann die Erlaubnis — zahlt doppelt: in der Fläche, die nicht genehmigt wird, und im Produkt, das nicht steht.

Häufige Fragen

Was gehört zur Außengastronomie?

Die Bewirtung im Freien als System: Fläche, Möbel, Schatten, Wind, Betrieb. Der Schirm ist ein Teil. Die Genehmigung ist ein Teil, sobald öffentlicher Grund genutzt wird.

Wann brauche ich eine Genehmigung?

Auf öffentlichem Straßenland brauchen Sie für Tische, Stühle oder Schirme die Sondernutzungserlaubnis. Gaststättenrechtlich kommt je nach Stadt etwas dazu: Köln verlangt eine erweiterte Gaststättenerlaubnis, Stuttgart die Angabe der Fläche in der Gewerbeanzeige. Auf privatem Grund entfällt die Sondernutzung, nicht aber Gaststättenrecht und Verkehrssicherung. Eine Baugenehmigung kann auf beiden Flächen dazukommen, je nach Land, Stadt und Fläche.

Was muss ich vor dem Kauf der Schirme klären?

Eigentum der Fläche, genehmigtes Maß, Windlage, Verankerung, Schließregeln. Erst die Fläche, dann das Produkt.

Darf in der Außengastronomie Musik laufen?

In Stuttgart nicht: Die Stadt untersagt die Beschallung der Außenfläche. In München ist sie auf Freischankflächen im öffentlichen Straßenraum unzulässig, ebenso Fernseher und Bildschirme; Ausnahmen sind bei herausragenden Fußballspielen möglich. In Köln darf ab 22 Uhr kein Lärm mehr von der Außengastronomie ausgehen. Feste Dezibelwerte für die Terrasse nennt keine der drei Städte. Die TA Lärm, auf die sich Dezibelangaben im Netz berufen, nimmt Freiluftgaststätten ausdrücklich aus ihrem Anwendungsbereich aus (Nr. 1 Buchst. b) — ein Freibrief für Lautstärke ist das nicht. Was für Ihre Fläche gilt, steht in Ihrem Bescheid.

Quellen

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