Gastronomie

Windschutz in der Außengastronomie

Glaswand, mobiles Element oder Schirm: welche Windgrenze Hersteller nennen und was Frankfurt, Köln und München auf öffentlichem Grund erlauben.

Datenstand 2026-10-24·Redaktion Schatten Atlas
Quadratische Großschirme mit Volant über einer Gastro-Terrasse auf Holzpodest, daneben Steinplatten; keine Seitenwände
Symbolbild. Keine dokumentierte Anlage, kein Herstellerbezug.

Windschutz in der Außengastronomie meint zuerst den Komfort der Gäste: Zug von der Straße, Ecke am Hochhaus, offene Dachterrasse. Schatten von oben und Schutz vor Zug am Sitz sind verschiedene Jobs. Ein mobiler Windschutz hat selbst eine Windgrenze, und auf öffentlichem Grund entscheidet die Stadt. Was die Sitzreihe wärmer macht, kann die Last auf dem Tuch erhöhen. Beides gleichzeitig zu lösen, ohne die Aufgaben zu trennen, führt zu falscher Beschaffung.

JobGerätWas es leistetWas es nicht leistet
Schatten von obenGastronomie-Sonnenschirmbeschattet Sitze; nimmt Wind als Fläche aufseitlichen Zug am Sitz
Zug am SitzSeite, Brüstung, Paneel, Pflanzkübelhält horizontalen Wind vom Gastden Schirm „winddicht“
Zug am Sitz, flexibelmobiles Element aus Glas oder mit Pflanzkasten, Paraventlässt sich nach Wind und Saison umstellenhält nur bis zur Windgrenze des Herstellers; auf öffentlichem Grund nur, wenn die Stadt es erlaubt

Orientierung, kein Standsicherheitsnachweis und keine Rechtsberatung. Zahlen nur mit Quelle, unten aufgeführt.

Drei Jobs, die nicht dasselbe sind

In der Suche klebt „Windschutz Gastronomie“ an Schirmen, Markisen und Glaswänden. Im Betrieb sind es drei Aufgaben. Ein Volant ist ein Stoffstreifen am Schirmrand und kein Windschutz. Laut Glatz Contract Book liegt die zulässige Windgeschwindigkeit bei den Palazzo- und Castello-Pro-Schirmen mit Volant 10 km/h tiefer. Wie viel Wind eine Markise laut Herstellern aushält: Markise in der Gastronomie.

Lage zuerst, dann Mittel:

LageWas Gäste spürenWas das Tuch siehtTypische Folge
Geschützt (Innenhof)wenig Zuggeringe AnströmungSeiten oft unnötig
Normal (Straße)Zug auf SitzhöheSchirm frei oder vor der Fassadeniedrige Seite oder Brüstung vor größerem Tuch
Exponiert (Dach, See, Ecke)Komfort ohne Seite schwerfrüheres SchließenSeite und strengere Schließzeit

Für den Gast zählt der Zug auf Sitzhöhe, nicht in Tuchhöhe. Klären Sie deshalb zuerst, von welcher Seite es an den Tischen zieht, und wählen Sie dann das Mittel — nicht umgekehrt den größten Schirm.

Einsatz: Gastronomie. Fläche rechtlich: Außengastronomie. Gegen tiefe Abendsonne von der Seite: Beschattung Terrasse. Seitenwand und Regenrinne am Schirm: Sonnenschirm-Seitenwand.

Welchen Wind hält ein Windschutz aus?

Auch eine Windschutzwand steht selbst im Wind. Eine Windgrenze nennt nicht jeder Hersteller:

Hersteller, ProduktBauartHersteller­angabe
Hoklartherm, Flower-Linemobiles Element aus 8 mm ESG auf Lenk­rollen, mit Pflanz­kästenWind­widerstands­klasse WWK2 (Beaufort 5) „bei ausreichender Befüllung der Pflanzkästen mit Blumenerde“
Main-Zelt, Windschutz aus GlasStandard-Element aus 6 mm ESG auf Stand­füßen; höhen­verstellbares Element 100, 120 oder 150 cm breit, 150 oder 175 cm hochWindgrenze auf der Übersichts­seite nicht angegeben — beim Hersteller erfragen

Herstellerangaben, Stand 24. Oktober 2026 — keine Norm. Beaufort 5 entspricht laut Deutschem Wetterdienst 29 bis 38 km/h Mittelwind; Böen liegen darüber. Ein mobiler Windschutz mit dieser Grenze gehört deshalb in dieselbe Schließregel wie der Schirm: wegstellen oder sichern, bevor der Wind auffrischt. Wie viel Wind eine fest verankerte Glaswand aufnehmen muss, ist eine Frage der Windlast an Ihrem Standort: Windlast berechnen.

Wind auf dem Tuch

Dasselbe Mittel, das den Gast schützt, kann den Schirm belasten. Seitenwand und Volant am Großschirm sind zusätzliche Fläche im Wind. Glatz schreibt: bei auffrischendem Wind den Schirm schließen, Seitenwände und Regenrinnen abnehmen.

Deshalb:

Die Lage beschreiben Sie qualitativ — geschützt, normal oder exponiert, siehe Windige Terrasse; die Bemessung macht, wer die Verankerung verantwortet.

Seiten auf öffentlichem Grund

Stehen die Wände auf dem Gehweg, der Platzfuge oder der genehmigten Freischankfläche, ist das oft Sondernutzung — dieselbe Logik wie beim Schirm, der über die Grenze ragt. Überblick: Sondernutzungserlaubnis.

Was drei Städte für Windschutz auf öffentlichem Grund regeln:

StadtWindschutz auf der Freischank­flächeStand
Frankfurt am MainGrundsätzlich keine Windschutz­anlagen, „auch aus Glas oder anderen durchsichtigen Materialien“, keine Planen und Seitenteile an Markisen und Schirmen. „Jegliche Verankerungen im Boden sind unzulässig“. Erlaubt sind Sonnenschirme und freitragende Markisen „jeweils ohne Stützen und Seitenteile“; Boden­verankerungen für Sonnenschirme sind genehmigungs- und kostenpflichtig; Genehmigung und Einbau liegen beim Amt für Straßenbau und Erschließung. Eine geschlossene Umzäunung ist nur in Ausnahmefällen erlaubnisfähig, etwa „bei ungünstigen Windverhältnissen“; Pflanzkübel in aufgelockerter Form bis 0,80 m Gesamthöhe mit BewuchsMai 2024
KölnWetterschutz­elemente gegen Wind und seitlich einfallenden Regen können genehmigt werden; wie alle Aufstell­elemente nur als mobile Einzelelemente (leicht lösbare Verbindung möglich), je höchstens 25 kg und 1,50 m hoch, Sockel bis 0,90 m, darüber transparent, nicht im Boden verankert; andere Ausführungen nur nach Abstimmung mit dem zuständigen Fachamt. Front- und Seitenteile an Schirmen und Markisen sind nicht zulässig; auf Plätzen der internationalen Zone grundsätzlich keine AufstellelementeJuni 2025, Nr. 8
MünchenDurchgehende Abgrenzungen mit Wänden, schweren Pflanz­gefäßen, Planen, an Markisen angebrachten Seitenteilen oder „sonstigen Windschutz­anlagen (auch aus Glas oder anderen durchsichtigen Stoffen)“ sind nicht genehmigungs­fähig. Ausnahme Freischankfläche auf Parkständen, die die Stadt von April bis einschließlich Oktober genehmigen kann und die dort durchgehend abzugrenzen ist: mobiler Wetterschutz bis 2,4 m Höhe, der sich außerhalb der Nutzungszeit entfernen, zusammenklappen oder einrollen lässt; jederzeit standsicher, keine vollständige Einhausung, nicht über die seitlichen Grenzen hinaus15.10.2024, § 23

Was daraus folgt: Ein Glaselement von 1,75 m Höhe liegt über den 1,50 m, die das Kölner Regelwerk für mobile Aufstellelemente nennt; eine andere Ausführung müssten Sie dort mit dem zuständigen Fachamt abstimmen. Außerdem darf in Köln jedes Einzelelement höchstens 25 kg wiegen. Weil die Elemente dort nicht im Boden verankert werden dürfen, fragen Sie Gewicht und Windgrenze beim Hersteller zusammen ab. Prüfen Sie Maß, Gewicht und Verankerung gegen Satzung oder Richtlinie Ihrer Stadt, bevor Sie bestellen. Weitere Städte zu Seitenteilen am Schirm: Sonnenschirm-Seitenwand.

Eine feste Glaswand, die den Gehweg zum Wintergarten macht, ist baurechtlich ein eigenes Vorhaben — anders als ein textiler Sichtschutz in der Saison. Beides heißt umgangssprachlich Windschutz.

Reihenfolge in der Beschaffung

Lage beschreiben und Zugrichtung am Sitz. Job trennen: Schatten von oben, Zug von der Seite. Erlaubnis klären, wenn öffentlicher Grund berührt ist. Schirm und Seite als System: Verankerung, Schließen, Winter. Erst dann Tuch, Glas, Farbe.

Wer mit dem Produkt beginnt, kauft zweimal.

Häufige Fragen

Reicht ein großer Sonnenschirm als Windschutz?

Nein. Der Schirm beschattet von oben und fängt selbst Wind. Seitlichen Zug am Sitz nehmen Seiten, Brüstungen oder die Lage.

Sind Seitenwände in der Außengastronomie erlaubt?

Auf privatem Grund gilt die Bauordnung Ihres Landes. Die Musterbauordnung nennt Mauern und Einfriedungen bis 2 m Höhe außerhalb des Außenbereichs verfahrensfrei. Bayern nennt ausdrücklich auch Sichtschutzzäune und Terrassentrennwände bis 2 m. Verfahrensfrei heißt nicht regelfrei. Dazu kommt das Nachbarrecht des Landes. Auf öffentlichem Grund oft Sondernutzung. Ob und wie weit Sie die Fläche seitlich schließen dürfen, regelt die Stadt in Satzung oder Richtlinie. Seitenwände direkt am Schirm schließt zum Beispiel Köln auf öffentlichem Grund aus: Sonnenschirm-Seitenwand und Regenrinne.

Darf ich auf der Freischankfläche eine Glaswand als Windschutz aufstellen?

Das regelt jede Stadt selbst. Frankfurt am Main lässt auf öffentlicher Verkehrsfläche grundsätzlich keine Windschutzanlagen zu, auch nicht aus Glas; eine geschlossene Umzäunung ist nur in Ausnahmefällen erlaubnisfähig, etwa bei ungünstigen Windverhältnissen. München genehmigt keine durchgehenden Abgrenzungen mit Windschutz; ausdrücklich vorgesehen ist mobiler Wetterschutz bis 2,4 m in Schanigärten auf Parkständen, die die Stadt von April bis einschließlich Oktober genehmigen kann, der sich außerhalb der Nutzungszeit entfernen oder einklappen lässt. Köln kann mobile Einzelelemente genehmigen: je höchstens 25 kg und 1,50 m hoch, über 0,90 m transparent, nicht im Boden verankert; andere Ausführungen müssen Sie mit dem zuständigen Fachamt abstimmen. Stand der Regelwerke: Frankfurt Mai 2024, Köln Juni 2025, München 15. Oktober 2024.

Was ist der Unterschied zwischen windfest und Windschutz?

Windfest beschreibt, ob Schirm, Verankerung und Betrieb die Lage aushalten — inklusive Schließen. Windschutz beschreibt, ob es am Platz des Gastes zieht. Ein windfester Schirm kann stehen und der Sitz trotzdem ungemütlich sein.

Quellen

Glatz Contract Book, MAY und Baurecht abgerufen am 9. Oktober 2026; Glatz-Hinweise am 18. Oktober 2026; Städte, Windschutz-Hersteller und DWD am 24. Oktober 2026. Herstellerangaben gelten für das genannte Modell, Stand Abruf — keine Norm.

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