Freischankfläche
Freischankfläche ist die Fläche für die Bewirtung im Freien. Sondernutzung betrifft die Straße. In München heißt der Straßenantrag ebenfalls Freischankfläche, in Bayern steht das Wort auch in der Bauordnung.

Die Freischankfläche ist die Fläche im Freien, auf der ein Gaststättenbetrieb ausschenkt und bewirtet. Der Begriff kommt aus dem Gaststättenrecht, in manchen Städten zusätzlich aus dem Straßenrecht und in Bayern auch aus der Bauordnung. Nur wenn der Boden öffentlich ist, tritt die Sondernutzungserlaubnis hinzu. In München heißt der Straßenantrag selbst „Antrag Freischankfläche“. In Berlin heißt derselbe Straßenfall „Schankvorgarten“. Dasselbe Wort, bis zu drei Verfahren.
| Freischankfläche (Gaststättenrecht) | Sondernutzung (Straßenrecht) | |
|---|---|---|
| Frage | Darf hier ausgeschenkt und bewirtet werden? | Darf öffentlicher Grund über den Gemeingebrauch hinaus belegt werden? |
| Typische Behörde | Gaststätten- oder Ordnungsamt | je nach Stadt Tiefbau-, Straßen- oder Ordnungsamt; Stuttgart: Gaststättenbehörde, München: Bezirksinspektion |
| Private Hotelterrasse | ja, soweit der Betrieb im Freien bewirtet | in der Regel nein |
| Gehweg vor dem Lokal | ja, als Freisitz des Betriebs | ja, Erlaubnispflicht |
| Wort vor Ort | oft „Freischankfläche“ | Berlin: Schankvorgarten; München: Antrag Freischankfläche |
Dritte Frage, unabhängig von beiden Spalten: Braucht die Fläche einen Bauantrag? Das regelt die Bauordnung des Landes. In Bayern sind Freischankflächen bis 100 m² verfahrensfrei, Einzelheiten unten.
Orientierung, keine Erlaubnis und keine Gebührentabelle. Gebühren nur mit öffentlicher Quelle auf den Stadtseiten. Begriff: Freischankfläche.
Definition und Abgrenzung
Wer eine Gaststätte betreibt, bewirtet in geschlossenen Räumen und oft zusätzlich im Freien. Die Fläche im Freien ist die Freischankfläche: Tische, Servicewege, in der Praxis auch der Schatten darüber.
Was der Begriff nicht sagt: wem der Boden gehört, ob eine straßenrechtliche Erlaubnis nötig ist, welche Gebühr anfällt, welcher Schirm darauf stehen darf.
Das Eigentum und die Widmung entscheiden über das Straßenrecht. Das Gaststättenrecht entscheidet, ob und wie im Freien ausgeschenkt werden darf. Beides parallel zu prüfen ist der Normalfall.
Drei typische Lagen:
- Private Terrasse, Hotelgarten, Innenhof: Freischankfläche ja, Sondernutzung in der Regel nein.
- Gehweg vor dem Lokal: Freischankfläche und Sondernutzung, oft plus verkehrsrechtliche Ausnahme.
- Platz oder Promenade, vom Betrieb entfernt: meist Sondernutzung; ob gaststättenrechtlich dieselbe Freischankfläche vorliegt, hängt von Erlaubnis und örtlicher Praxis ab.
Die Außengastronomie umfasst alle drei. Die Freischankfläche ist der gaststättenrechtliche Teil — außer dort, wo die Stadt dasselbe Wort für die Straße verwendet.
Gaststättenrecht und Straßenrecht
Gaststättenrecht ist Sache der Länder. Das Grundgesetz nimmt „das Recht … der Gaststätten“ ausdrücklich aus der konkurrierenden Gesetzgebung des Bundes aus (Art. 74 Abs. 1 Nr. 11 GG). Wo ein Land kein eigenes Gaststättengesetz erlassen hat, gilt das Gaststättengesetz des Bundes weiter (Art. 125a Abs. 1 GG); das Münchner Antragsformular etwa verweist auf § 2 Abs. 1 GastG. Ob ein Betrieb erlaubnispflichtig oder erlaubnisfrei ist, ändert nicht automatisch, ob im Freien bewirtet werden darf.
Was Behörden an der Freischankfläche typischerweise interessiert: Lage zum Innenraum, Auswirkungen auf Nachbarschaft, Nutzungszeiten (vor allem abends), Zuordnung zum Betrieb.
Was sie dort oft nicht entscheiden: die Quadratmeter auf dem Gehweg nach Straßenrecht. Ein gaststättenrechtlich unbeanstandeter Freisitz kann straßenrechtlich unzulässig sein — und umgekehrt.
Für Betreiber: getrennte Mappen. Eine für die gaststättenrechtliche Fläche, eine für die Skizze der Straße, falls der Boden öffentlich ist. In Bayern kommt über 100 m² eine Mappe für den Bauantrag dazu.
Dasselbe Wort in München, Berlin und Stuttgart
München veröffentlicht den Straßenantrag unter dem Titel Antrag Freischankfläche. Zuständig ist die Bezirksinspektion. Unterlagen laut Stadt: Antrag, maßstabsgetreuer Plan 1:100, Fotos. Verwaltungsgebühr 180 € bei Ersterlass; jährliche Sondernutzungsgebühr 16–77 € je m² nach Straßengruppe (stadt.muenchen.de, abgerufen 2026-10-20). Rechtsgrundlagen dort: § 46 StVO, Art. 18 BayStrWG, Sondernutzungsrichtlinien, Sondernutzungsgebührensatzung. Bedingungen, Schirme und Gebühr für Ihre Straße: Schanigarten München.
Das Münchner Antragsformular bündelt alle drei Rechte: die straßenverkehrs- und wegerechtliche Ausnahmegenehmigung nach Art. 18 BayStrWG, zum Ankreuzen die gaststättenrechtliche Erlaubnis für Alkohol und zubereitete Speisen auf der Fläche und als Anlage den Bauantrag. Nötig ist er laut Formular, wenn die Freischankfläche insgesamt größer als 100 m² ist oder alle Außenflächen zusammen, ohne die Fläche auf dem Parkstand, mehr als 100 m² haben.
Die 100 m² stammen aus der Bayerischen Bauordnung: Freischankflächen bis 100 m² einschließlich der damit verbundenen Nutzungsänderung einer Gaststätte oder einer Verkaufsstelle des Lebensmittelhandwerks sind verfahrensfrei (Art. 57 Abs. 1 Nr. 15 Buchst. d BayBO, Text gültig ab 01.05.2026). Verfahrensfrei heißt nicht regelfrei: Die öffentlich-rechtlichen Anforderungen gelten trotzdem (Art. 55 Abs. 2 BayBO).
Für Freischankflächen auf Parkständen nennt die Münchner Sondernutzungsrichtlinie vom 15.10.2024 eine Grenze von 40 m² und stützt sich dabei auf Art. 57 Abs. 1 Nr. 15 d BayBO (§ 23 Abs. 3 SoNuRL). Der Gesetzestext, der seit dem 01.05.2026 gilt, nennt 100 m². Welche Grenze die Stadt dort anwendet, klären Sie bei der Bezirksinspektion.
Berlin veröffentlicht denselben Straßenfall als Herausstellen von Tischen und Stühlen (Schankvorgarten), Bezirksamt, BerlStrG § 11 (service.berlin.de, Herausstellen von Tischen und Stühlen). Die gaststättenrechtliche Prüfung bleibt daneben. Details: Sondernutzungserlaubnis Berlin.
Stuttgart nennt den Straßenfall Straßenwirtschaft. Die straßenrechtliche Sondernutzungserlaubnis beantragen Sie dort bei der Gaststättenbehörde, jedes Jahr neu. Für eine Außengastronomie auf Privatfläche verlangt die Stadt eine baurechtliche Genehmigung (stuttgart.de, Straßen- und Außenwirtschaften, abgerufen 2026-10-20). Das ist Baden-Württemberg, nicht Bayern: Ob eine Freischankfläche ohne Bauantrag auskommt, regelt die Bauordnung jedes Landes selbst.
Wer in München „Freischankfläche“ sagt, kann den Straßenantrag meinen, die Ausschankerlaubnis oder beides. In Berlin und Stuttgart heißt der Straßenantrag anders: Schankvorgarten, Straßenwirtschaft. Schreiben Sie im Leistungsverzeichnis und im Pachtvertrag das Recht aus, nicht nur das Wort.
Was das für den Schirm bedeutet
Ein Gastronomie-Sonnenschirm ändert die Rechtsart der Fläche nicht. Er macht eine private Freischankfläche nicht öffentlich und eine öffentliche nicht privat.
Er ändert die nutzbare Fläche:
- Mast und Fuß brauchen Standfläche
- das Tuch braucht lichten Raum und darf in der Auflage nicht über die genehmigte Grenze ragen
- Verankerung auf öffentlichem Grund ist oft eingeschränkt (Bohren, feste Einbauten)
- Windschutz und Seitenwände sind auf der Straße häufiger untersagt als der Schirm selbst — Beispiele: Seitenwände und Regenrinnen am Gastro-Schirm
Wie genau die Behörde hinschaut, zeigt das Münchner Formular: Es fragt Sonnenschirme mit Anzahl, Material, Farbe, Durchmesser oder Länge × Breite und Werbeaufschrift ab, und das gesamte Mobiliar muss maßstabsgetreu im Plan 1:100 stehen. Legen Sie Schirmgröße und Standort also vor dem Antrag fest, nicht danach.
Planen Sie den Schirm auf das Maß, das gaststättenrechtlich und — falls nötig — straßenrechtlich beschrieben ist. Ein Schirm, der größer ist als die genehmigte Fläche, beschattet Sitze, die Sie nicht stellen dürfen.
Reihenfolge: Fläche klären, Recht klären, dann bestellen. Auch das Tuch zählt: Viele Richtlinien begrenzen Werbung auf Schirmen der Freischankfläche — Überblick mit Quellen.
Häufige Fragen
Was ist eine Freischankfläche?
Die Fläche im Freien, auf der ein Gaststättenbetrieb ausschenkt und bewirtet. In manchen Kommunen heißt so auch der Sondernutzungsantrag für Tische auf der Straße. Der Begriff sagt nicht von selbst, wem der Boden gehört.
Ist Freischankfläche dasselbe wie Sondernutzung?
Nein. Sondernutzung ist Straßenrecht. Die Freischankfläche kann privat sein. Auf dem Gehweg fallen beide zusammen und bleiben zwei Verfahren.
Darf ich auf der Freischankfläche Sonnenschirme aufstellen?
Betrieblich ja, soweit Fläche und Verankerung es zulassen. Auf öffentlichem Grund nur im Rahmen der Sondernutzung und ihrer Auflagen. Der Schirm folgt der Fläche, er erzeugt sie nicht.
Braucht eine Freischankfläche eine Baugenehmigung?
Das regelt die Bauordnung Ihres Landes. In Bayern sind Freischankflächen bis 100 m² verfahrensfrei (Art. 57 Abs. 1 Nr. 15 Buchst. d BayBO). Das Münchner Formular verlangt den Bauantrag, wenn die Freischankfläche oder alle Außenflächen ohne Parkstand zusammen darüber liegen. Für Parkstände nennt die Münchner Sondernutzungsrichtlinie von 2024 eine Grenze von 40 m²; welche Grenze dort gilt, klärt die Bezirksinspektion. Stuttgart verlangt für Außengastronomie auf Privatfläche eine baurechtliche Genehmigung.
Quellen
- Grundgesetz, Art. 74 und Art. 125a — abgerufen 2026-10-20
- Bayerische Bauordnung, Art. 57, Text gültig ab 01.05.2026, und Art. 55 — abgerufen 2026-10-20
- stadt.muenchen.de, Antrag Freischankfläche — abgerufen 2026-10-20
- Kreisverwaltungsreferat München, Antrag für eine Freischankfläche, PDF, Dateistand 22.05.2026 — abgerufen 2026-10-20
- Landeshauptstadt München, Sondernutzungsrichtlinien vom 15.10.2024, § 23 Abs. 3 — abgerufen 2026-10-20
- service.berlin.de, Herausstellen von Tischen und Stühlen — abgerufen 2026-10-20
- stuttgart.de, Straßen- und Außenwirtschaften — abgerufen 2026-10-20
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