·

IVRSA 2026: 431 Mio. € Kosten pro Hitzetag – Sonnenschutz am Arbeitsplatz

Laut Prognos-Studie fürs BMAS kostet ein Hitzetag (≥30 °C) deutsche Betriebe rund 431 Millionen Euro; IVRSA rückt baulichen Hitzeschutz und Verschattung in den Fokus.

Die Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation (IVRSA) hat am 14. Oktober 2026 eine Branchenmeldung zu Hitze am Arbeitsplatz veröffentlicht. Sie stützt sich auf die Prognos-Studie „Klimabedingte Risiken für die Arbeitswelt“ im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Danach liegen die direkten betrieblichen Kosten eines Hitzetages mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 30 °C in Deutschland bei rund 431 Millionen Euro. Rund 97 Prozent davon entfallen auf Produktivitätsverluste. Neu an diesem Tag ist die Branchenlesart: Die IVRSA ordnet Sonnenschutz als Teil klimaangepasster Arbeitsstätten ein. Dieselbe Summe steht schon auf der Prognos-Projektseite (Stand 21. April 2026) und in der BMAS-Meldung vom 30. Juli 2026. Der Kontaktblock nennt die Geschäftsstelle c/o ITRS e.V., Heinrichstr. 79, 36037 Fulda. Das ist der Verbandsitz, nicht der Ort einer Messung.

Was beziffert die Prognos-Studie?

Die IVRSA nennt die Summe als direkte betriebliche Kosten eines einzelnen Hitzetages in Deutschland, nicht als Rechnung eines Betriebs und nicht als Preis für eine Anlage.

Der Bericht trägt auf der Titelseite das Abschlussdatum Februar 2026. In der Zusammenfassung heißen die direkten Kosten eines Hitzetages (Tageshöchsttemperatur ≥ 30 °C) rund 431 Millionen Euro. Rund 97 Prozent entfallen auf Produktivitätsverluste. Ausfälle durch Krankheiten und Arbeitsunfälle machen zusammen etwa 13 Millionen Euro aus. Zusätzlich nennt die Zusammenfassung rund 76.500 Fehltage durch hitzeinduzierte Krankheiten und Arbeitsunfälle pro Hitzetag. Diese 13 Millionen Euro und die Fehltage stehen in der IVRSA-Meldung nicht. Die IVRSA bleibt bei rund 431 Millionen Euro und rund 97 Prozent.

Prognos beschreibt Hitze als stillen Produktivitätsfaktor: Die meisten Beschäftigten arbeiten weiter, aber weniger effizient. Die Projektseite nennt als besonders betroffen Land- und Forstwirtschaft, Baugewerbe, verarbeitendes Gewerbe sowie Verkehr und Lagerei. Gastronomie, Hotel und Kommune stehen dort nicht.

Wo nennt die Studie Verschattung?

Die IVRSA schreibt, die Studie nenne ausdrücklich baulichen Hitzeschutz und Verschattung. Im Bericht steht das bei den Produktivitätsverlusten: Technische Maßnahmen wie baulicher Hitzeschutz, Verschattung oder Begrünung wirken dauerhaft und unabhängig vom individuellen Verhalten. Andere Arbeitszeiten, Pausen und Schutzkleidung stehen daneben. Die IVRSA zieht daraus die Linie zum Sonnenschutz, der Gesundheit und Leistungsfähigkeit verbinden soll. Ein Hersteller, ein Produkt und ein Preis stehen in der Meldung nicht.

Für die Planung trennt der Bericht das Baurecht vom Arbeitsschutz. Er verweist auf den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes in der Praxis regelmäßig über die DIN 4108-2, unter anderem zu Fensterflächen und Sonnenschutzeinrichtungen, und hält fest, dass diese bautechnische Bewertung unabhängig von arbeitsschutzrechtlichen Maßstäben erfolgt. Eine Fassadenangabe ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung.

Welche Schwellen nennt das BMAS?

Die Schwellen stehen nicht bei der IVRSA. Das BMAS hat sie am 30. Juli 2026 zusammengefasst und verweist für Arbeit im Freien auf Empfehlungen, die es im August 2025 bekannt gemacht hat. Bei 26 °C sollen, ab 30 °C müssen Maßnahmen folgen. Als Beispiel für Baustellen nennt der Text Verschattung durch Wetterschutzzelte oder Sonnensegel, daneben verlegte Arbeitszeiten, kühle Pausenräume und Getränke. Ab 35 °C müssen weitere Maßnahmen folgen, etwa Entwärmungsphasen oder Kühlkleidung.

Für Innenräume verweist das BMAS auf die ASR A3.5. Ab 26 °C soll der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, etwa außenliegenden Sonnenschutz oder Lüftung. Ab 30 °C müssen wirksame Maßnahmen folgen, darunter Trinkwasser. Ab 35 °C darf nur weitergearbeitet werden, wenn zusätzliche Maßnahmen getroffen sind. Das ist die Wiedergabe der BMAS-Meldung, keine Gefährdungsbeurteilung und kein Standsicherheitsnachweis.

Was ändert das für Gastro, Hotel, Planer und Kommune?

Für die Gastronomie ist die Terrasse ein Arbeitsplatz. Die 431 Millionen Euro sind die bundesweite Summe, keine Rechnung für ein Lokal. Service im Freien liegt in dem Bereich, für den das BMAS die Empfehlungen zu nicht umschlossenen Arbeitsstätten beschreibt. Ab 30 °C müssen danach Maßnahmen folgen. Verschattung durch Wetterschutzzelt oder Sonnensegel nennt der Text als Beispiel auf Baustellen, nicht als Produktvorgabe für ein Lokal. Küche und verglaster Gastraum folgen der Innenraum-Linie. Verfahren stehen in Außengastronomie, Markise für die Gastronomie und Sonnensegel in der Gastronomie. Den Betrieb ordnen Sie unter Einsatz Gastronomie und Einsatz Hotel ein.

Für das Hotel gilt dieselbe Trennung. Poollandschaft und Anlieferung sind Arbeit im Freien. Innenräume folgen der Linie, die das BMAS an die ASR A3.5 bindet. Die Prognos-Liste der besonders betroffenen Bereiche nennt das Beherbergungsgewerbe nicht.

Für Planer bleibt die Angabe bei der Maßnahme. Der Bericht stellt Verschattung neben Organisation und Verhalten. Die Geometrie eines Tages prüfen Sie im Schattenwurf, im Sonnenstandsdiagramm und in der Schattenanalyse für Terrassen. Das Werkzeug zeigt den Schattenverlauf und ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung noch den Wärmeschutznachweis. Die Aufgabe steht unter Einsatz Planer.

Für die Kommune ist die Summe kein Förderbetrag und keine Ausschreibung. Der Bericht bindet die Bauleitplanung an Klimaanpassung. Bauhof und Schule bleiben Arbeitsstätten. Einsatz Kommune fragt nach Dauer, Vergabe und Betrieb. Eine Projektakte fehlt, weil kein Objekt benannt ist. Daneben die Einordnung des Hitzesommers 2026 zu textilen Freiräumen. Das Herstellerverzeichnis bleibt ohne Rang, weitere Stücke im Magazin, Ortsakten unter Projekte.

Häufige Fragen

Was kostet ein Hitzetag die Betriebe in Deutschland?

Rund 431 Millionen Euro direkte betriebliche Kosten, so die IVRSA am 14. Oktober 2026 unter Verweis auf Prognos für das BMAS. Gemeint ist ein Tag mit mindestens 30 °C, bundesweit, nicht ein einzelnes Unternehmen.

Wie viel davon sind Produktivitätsverluste?

Rund 97 Prozent, so IVRSA, Prognos-Projektseite und die Zusammenfassung des Berichts. Etwa 13 Millionen Euro entfallen laut derselben Zusammenfassung auf Krankheiten und Arbeitsunfälle. Diese zweite Zahl steht in der IVRSA-Meldung nicht.

Ist die Meldung eine Empfehlung für einen Hersteller?

Nein. Die IVRSA nennt kein Produkt, keinen Preis und keinen Testsieger. Das Herstellerverzeichnis bleibt ohne Rang.

Weiterlesen

Primärquelle: IVRSA. Angaben ohne eigene Begehung, Stand 15.10.2026.