Technik

Sonnensegel wasserdicht: Neigung und Stoff

Wasserdicht, wasserabweisend oder durchlässig — und wie viel Gefälle Ihr Tuch laut Hersteller braucht, damit kein Wassersack entsteht.

Datenstand 2026-10-23·Redaktion Schatten Atlas

Ein wasserdichtes Sonnensegel hat eine Beschichtung oder Membran, typisch beschichtetes Polyester oder PVC-Gewebe, und hält Regen ab — aber nur, wenn es steil genug hängt. Wasserabweisende Tücher aus Acryl oder Polyester halten einen normalen Schauer in der Regel ab; bei langem, starkem oder windgetriebenem Regen kann Feuchtigkeit durchkommen. Ein Netz aus HDPE lässt Wasser durch. Wie steil, sagen die Anbieter je Stoff, und die Werte liegen weit auseinander: 5 bis 14° bei Sowero, 15 bis 30 % bei Pina, 15 bis 20° bei Schattenfinder, mindestens 25° bei Schattenfix. Auf 5 m Strecke sind das 0,44 bis 2,33 m Höhenunterschied.

TuchWas der Regen machtBeispiele aus Anbieter­angabenMindest­neigung laut Anbieter
Wasser­durchlässig: HDPE-Netz, offenes Gewebeläuft durch, kein Regen­schutzSowero: Tentmesh aus Poly­ethylen, Screen Soltis 92Sowero 5° bzw. 5–7°; Pina ca. 15 %
Wasser­abweisend: Acryl, imprägniertes Polyesterperlt ab, hält einen normalen Schauer in der Regel ab; bei langem Regen kann Feuchtig­keit durch­kommenSowero: Poly­acryl 350 mm, Polyester 400 mm Wasser­säule, „bedingt Regen­schutz“Sowero 14°; Pina ca. 20–30 %
Wasser­dicht: PVC, beschichtetes Polyesterhält Regen ab; das Wasser muss über eine Ecke ablaufenSowero: Screen Soltis W96, PVC Precontraint 302 „wasser­dicht“; Pina: ab 1000–1200 mm Wasser­säuleSowero 10°; Pina ca. 20–30 %; Schatten­finder ca. 15–20°

Angaben der Hersteller und Händler, Stand Abruf 23. Oktober 2026 — Produktangaben, keine Norm, kein Standsicherheitsnachweis. Schattenfix nennt seine 25° für den „optimalen Regenabfluss“ ohne Stoffklasse. Für Ihr Segel gilt die Angabe zu diesem Tuch.

Gefälle-Rechner: Wie tief muss die Ecke hängen?

Startwerte: das Rechenbeispiel unten, 5 m Strecke, Hochpunkt an der Wand in 3 m Höhe.

Strecke vom Hoch- zum Tiefpunkt, am Boden gemessen; liegt die Tiefecke diagonal gegenüber, die Diagonale. Hochpunkt = Höhe der höchsten Ecke. Fläche nur für die Regenmenge.

Seitenansicht: Hochpunkt 3,00 m, Tiefpunkt 2,00 bis 0,67 m nach 5,00 m, gestrichelt 2,50 m Durchgang2,50 m Durchgang3,00 m5,00 m
Angabein GradHöhen­unterschiedTiefpunktHochpunkt für 2,50 m
Pina abweisend bis dicht, 20⁠–⁠30 %11,3–16,7°1,00–1,50 m1,50–2,00 m3,50 m
Sowero Polyacryl/Polyester, 14°14,0°1,25 m1,75 m3,75 m
Schattenfix, 25°25,0°2,33 m0,67 m4,83 m

Unter 2,50 m Durchgang mit Pina abweisend bis dicht, Sowero Polyacryl/Polyester und Schattenfix. Abhilfe: höherer Wandpunkt, kürzere Strecke bis zum Tiefpunkt oder ein höhenverstellbarer Pfosten, den Sie bei Regen absenken.

Umrechnung: 20 % = 11,3° · 14° = 24,9 cm je Meter · 25° = 46,6 cm je Meter.

Angaben der Hersteller und Händler, Stand Abruf 23.10.2026 — keine Norm, kein Standsicherheitsnachweis; maßgeblich ist das Datenblatt Ihres Tuchs. Gerechnet wird eine gerade Strecke am Boden, mit dem unteren und oberen Wert jeder Angabe. Pinas Prozentwert bezieht sich auf die Segellänge; bis 17° Neigung liegt der Unterschied unter 5 %. Durchgangshöhe 2,50 m nach Schattenfix. Gewölbte Segelflächen (Hypar) rechnet der Rechner nicht.

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Wasserdicht, wasserabweisend, wasserdurchlässig: was heißt das?

Drei Wörter, drei Tuchbauarten. Pina trennt sie so: wasserdurchlässig ist offenporiges HDPE-Netzgewebe, das Luft und Regen durchlässt; wasserabweisend ist meist Polyester oder Acryl mit Imprägnierung, unter dem man bei normalen Schauern in der Regel trocken bleibt; wasserdicht ist ein Tuch mit Beschichtung oder Membran, typisch beschichtetes Polyester oder PVC-Gewebe.

Die Zahl dahinter ist die Wassersäule: wie viel Millimeter Wasser auf dem Tuch stehen können, bevor es durchlässt; gemessen wird sie nach DIN EN ISO 811. Sie beschreibt das Tuch, nicht die Naht. In Soweros Stofftabelle sind die wasserdichten Stoffe geschweißt, Polyacryl genäht oder geschweißt. Pina: Genähte Kappnähte können anfangs leicht tropfen, verschweißte Nähte sind im Regelfall dichter. Eine Norm-Grenze für „wasserdicht“ nennt keine der Quellen. Pina schreibt in einem Blogbeitrag, ab 1000 bis 1200 mm gelte ein Segeltuch als wasserdicht; Sowero nennt 350 mm (Polyacryl) und 400 mm (Polyester) „bedingt Regenschutz“, die wasserdichten Stoffe schlicht „wasserdicht“.

Warema sagt es für die eigenen Segel deutlich: Die Stoffe sind wasserabweisend, aber nicht wasserdicht, und müssen bei Regen eingefahren werden. Die Imprägnierung verträgt leichten Nieselregen. Wer festen Regenschutz sucht, dem nennt Warema Pergola-Markise oder Lamellendach — eine Konstruktion, kein Segel.

Wie viel Neigung braucht ein Sonnensegel?

So viel, wie der Hersteller Ihres Tuchs angibt. Die Werte der Quellen nebeneinander, umgerechnet:

QuelleAngabein GradHöhen­unterschied je Meter
Sowero, Polyethylen-Netz (Tentmesh)min. 5°5°8,7 cm
Sowero, Screen wasser­durchlässig (Soltis 92)min. 5–7°5–7°8,7–12,3 cm
Sowero, PVC und Screen wasser­dichtmin. 10°10°17,6 cm
Sowero, Polyacryl und Polyestermin. 14°14°24,9 cm
Pina, wasser­durchlässigca. 15 %8,5°15 cm
Pina, wasser­abweisend bis wasser­dichtca. 20–30 %11,3–16,7°20–30 cm
Schatten­finder, wasser­dichte Tücher, außer bei in sich abgerundet konstruiertem Segelca. 15–20°15–20°26,8–36,4 cm
Schattenfix, ohne Stoff­klassemin. 25°25°46,6 cm

15 % sind nicht 15°. Prozent meint Zentimeter Höhe je Meter; Grad meint den Winkel. 15 % entsprechen 8,5°, umgekehrt sind 15° rund 27 %. Pina weist selbst darauf hin und rechnet die Prozent je Meter Segellänge. Wer eine Grad-Angabe als Prozent liest, hängt das Segel um fast die Hälfte zu flach.

Begründet werden die Werte kaum. Sowero nennt für Polyacryl und Polyester mindestens 14°, für die wasserdichten Stoffe 10°, ohne den Unterschied zu erklären. Zu Polyacryl schreibt Sowero: wegen des fehlenden Rücksprungverhaltens als horizontaler Sonnenschutz nur bedingt geeignet; Windstöße und Nässe dehnen das Tuch, es muss andauernd nachgespannt werden, und entstehende Wassersäcke können es langfristig beschädigen. Pina nennt für wasserabweisende und wasserdichte Segel denselben Bereich und schreibt, bei einem steiferen, schwereren Tuch stiegen die Anforderungen an Neigung, Spannung und Befestigung. Nehmen Sie deshalb die Zahl aus dem Datenblatt Ihres Tuchs, nicht aus einer fremden Zeile.

Rechenbeispiel: 5 m Segel an der Hauswand

Hochpunkt an der Wand in 3,0 m Höhe, Tiefpunkt am Mast 5 m davor, am Boden gemessen. Höhenunterschied = 5 m × tan(Neigung), bei Prozent 5 m × Prozentwert:

RegelHöhen­unterschiedTiefpunktHochpunkt für 2,5 m am Tiefpunkt
Sowero Netz, 5°0,44 m2,56 m2,94 m
Pina durchlässig, 15 %0,75 m2,25 m3,25 m
Sowero PVC/Screen dicht, 10°0,88 m2,12 m3,38 m
Pina abweisend bis dicht, 20 %1,00 m2,00 m3,50 m
Sowero Polyacryl/Polyester, 14°1,25 m1,75 m3,75 m
Schattenfinder, 15°1,34 m1,66 m3,84 m
Schattenfix, 25°2,33 m0,67 m4,83 m

Gerechnet mit dem unteren Wert jeder Angabe, über die Strecke am Boden. Pinas Prozentwert bezieht sich auf die Segellänge; bis 17° Neigung liegt der Unterschied unter 5 %.

Schattenfix rät zu einer Durchgangshöhe von mindestens 2,5 m. Mit 3 m an der Wand hält das auf 5 m nur Soweros 5° für wasserdurchlässige Stoffe; schon mit Pinas 15 % läge der Tiefpunkt eines Netzes bei 2,25 m, also darunter. Für ein dichtes Tuch brauchen Sie einen höheren Wandpunkt, eine kürzere Strecke bis zum Tiefpunkt oder einen höhenverstellbaren Pfosten, den Sie bei Regen absenken — so stellt Schattenfix seine 25° ein.

Wohin läuft das Wasser?

Über eine Ecke. Pina empfiehlt einen klaren Tiefpunkt, häufig diagonal geneigt, und den Ablauf direkt nach der Montage mit dem Wasserschlauch zu prüfen. Der Rechner rechnet eine gerade Linie vom Hoch- zum Tiefpunkt. Liegt die Tiefecke diagonal gegenüber dem Hochpunkt, geben Sie die Diagonale ein, am Boden gemessen. Am Haus nennt Pina die höchsten Punkte an der Wand, die tieferen an den Masten — so läuft das Wasser vom Gebäude weg. Typische Fehler laut Pina: aus optischen Gründen zu flach montiert, die falsche Ecke als Tiefpunkt, eine Mulde in der Segelmitte. Gespannt wird in Zugrichtung der Winkelhalbierenden jeder Ecke, mit Wantenspanner oder Flaschenzug, nicht mit Expandern oder Federn; Pina rechnet 30 bis 70 cm Spannweg je Ecke.

Was unter der Tiefecke landet, planen Sie mit: Dort kommt das Wasser der ganzen Fläche an — nicht über dem Eingang, nicht über einem Tisch.

Was ein Wassersack wiegt

Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen bei 15 bis 25 l/m² in einer Stunde, vor heftigem Starkregen bei 25 bis 40 l/m², darüber vor extrem heftigem Starkregen. Auf ein 4 × 5 m großes Segel, also 20 m², fallen bei Starkregen in einer Stunde 300 bis 500 Liter. Die müssen über die Tiefecke weg. Bleibt ein Teil liegen, zieht das Gewicht das Tuch weiter durch, und die Mulde sammelt mehr.

Pina nennt für einen vollen Wassersack je nach Segelgröße 50 bis 100 kg oder mehr; die Folgen sind überdehntes Tuch, aufgehende Nähte, ausgerissene Ösen oder Ecken und überlastete Wandhalter oder Masten. Hat sich einer gebildet: kontrolliert ablassen, zum Beispiel eine niedrige Ecke vorsichtig lösen, nie ins Tuch stechen. Danach trocknen und neu spannen.

Regen und Wind, Winter

Wasserdicht ist nicht sturmfest. Pina nennt Windstärke 7 als Grenze — laut Beaufort-Skala des Deutschen Wetterdienstes 50 bis 61 km/h: Spätestens dann ein Saisonsegel sichern beziehungsweise ein klassisches Sonnensegel abnehmen. Bei Sturm, Hagel, Starkregen oder Schnee rechtzeitig abnehmen oder einrollen; rollbare Systeme oft schon früher. Warema empfiehlt einen Windsensor. Elektrische Segel mit Wind- und Regensensor fahren auch in Ihrer Abwesenheit ein; Warema nennt das für sein Modell Sonea S70. Wie die Punkte den Zug tragen und wer bei Wind abbaut: Sonnensegel befestigen.

Wasserdicht ist auch nicht winterfest. Sowero rät, Sonnensegel im Winter abzunehmen, weil sie die statischen Anforderungen an Schneelasten in der Regel nicht erreichen. Ein aufrollbares Segel nie nass einrollen, schreibt Schattenfinder, sondern erst trocknen lassen.

Gastronomie und Hotel: wann ein Segel nicht reicht

Ein wasserabweisendes oder dichtes Segel über Tischen hält einen normalen Schauer ab — ein Netz nicht. Ein Dach für den Regenbetrieb ist es nicht: In Sachen Wetterschutz sind Sonnensegel laut Warema kein Ersatz für eine feste Überdachung, gerade bei starkem Wind oder schwerem Regen. Vergleich der Verfahren, auch mit Markise und Lamellendach: Terrassenüberdachung in der Gastronomie. Ob Segel oder Schirm auf Ihre Terrasse passt: Sonnensegel in der Gastronomie.

Drei Fragen für die Anfrage beim Hersteller:

  1. Wassersäule und Prüfnorm des Tuchs, Naht genäht oder geschweißt?
  2. Mindestneigung für genau dieses Tuch — in Grad oder Prozent?
  3. Brandverhalten, wenn Ihre Genehmigung es verlangt? Sowero nennt für Soltis 92 „feuerfest nach B1“; was B1 heißt: Sonnenschirm-Stoff.

Überspannt das Segel einen öffentlichen Gehweg oder Platz, ist das in der Regel Sondernutzung: Sondernutzungserlaubnis. Planen Sie ein Segel für Gastronomie oder Hotel, schreiben Sie Fläche, Höhe der Punkte, Tuch und Regenbetrieb in die Anfrage.

Was aktuelle Herstellerseiten sagen

Stand Abruf 23. Oktober 2026, Angaben der Hersteller und Händler — keine Norm. Alphabetisch:

Weitere Quellen: Deutscher Wetterdienst, Warnkriterien Starkregen; Deutscher Wetterdienst, Beaufort-Skala; Wassersäule nach DIN EN ISO 811. Umrechnung Grad und Prozent: Höhenunterschied = Strecke × tan(Winkel).

Häufige Fragen

Kann man ein Sonnensegel bei Regen hängen lassen?

Ein wasserabweisendes oder wasserdichtes bei einem Schauer, wenn es steil genug hängt und das Wasser über eine Ecke abläuft. Bei Sturm, Hagel, Starkregen oder Schnee nehmen Sie es ab oder rollen es ein (Pina). Warema schreibt für die eigenen Segel: bei Regen einfahren.

Welche Wassersäule sollte ein Sonnensegel haben?

Eine Norm-Grenze nennt keine der Quellen. Pina schreibt, ab 1000 bis 1200 mm gelte ein Segeltuch als wasserdicht, und nennt für wasserdichte Segel Beispiele von 1500 mm, 2000 mm oder deutlich höher. Sowero nennt 350 mm für Polyacryl und 400 mm für Polyester „bedingt Regenschutz“. Laut Pina ist ein Segel nicht automatisch dicht, nur weil es „wasserdicht“ heißt; entscheidend sind Gefälle und straffe Spannung.

Kann man ein Sonnensegel als Regenschutz verwenden?

Gegen Schauer ja, mit dichtem Tuch und genug Neigung. Als Dach nein: Warema nennt Segel bei starkem Wind oder schwerem Regen keinen Ersatz für eine feste Überdachung.

Ist ein wasserdichtes Sonnensegel winterfest?

Nein. Sowero rät, Segel im Winter abzunehmen, weil sie die statischen Anforderungen an Schneelasten in der Regel nicht erreichen. Auch ein wasserdichtes Segel ist laut Pina kein Ganzjahresdach.

Braucht ein wasserdurchlässiges Segel Gefälle?

Ja. Pina nennt mindestens ca. 15 %, Sowero 5° für das Polyethylen-Netz und 5–7° für Soltis 92. Auch ein Netz soll straff gespannt und geneigt hängen.

Wie viel Grad sind 20 Prozent Gefälle?

11,3°. 20 % heißt 20 cm Höhe je Meter. Umgekehrt sind 20° rund 36 %.

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