Sonnenhöhe

Sonnenhöhe ist der Winkel der Sonne über dem Horizont, von 0° bis 90°. Sie bestimmt, wie lang der Schatten eines Schirms auf der Terrasse wird.

Die Sonnenhöhe ist der Winkel zwischen Horizont und Sonne, gemessen vom eigenen Standort aus. 0° heißt: Die Sonne steht am Horizont. 90° hieße: senkrecht über Ihnen. Andere Namen sind Höhenwinkel und Elevation; die Ergänzung zu 90° heißt Zenitwinkel.

In Deutschland steht die Sonne am wahren Mittag höchstens gut 66° hoch (Allgäu, 21. Juni), im Dezember mittags nur rund 12 bis 19°. Senkrecht steht sie hier nie — das gibt es nur zwischen den Wendekreisen. Je höher die Sonne, desto kürzer der Schatten.

Wie hoch steht die Sonne mittags?

Am wahren Mittag gilt nördlich des nördlichen Wendekreises, also überall in Europa: Sonnenhöhe ≈ 90° − geografische Breite + Deklination. Die Deklination der Sonne liegt am 21. Juni bei +23,44°, um den 23. September bei 0° und am 21. Dezember bei −23,44°. Am 21. Juni steht die Sonne mittags damit überall in Deutschland rund 47° höher als am 21. Dezember (2 × 23,44°).

Probe für Flensburg im Juni: 90 − 54,78 + 23,44 ≈ 58,7°. Um wie viel Uhr die Sonne an Ihrem Ort diese Höhe erreicht, steht unter Sonnenhöchststand. Mehr Orte, das Äquinoktium und den längsten Tag zeigt Sonnenstand im Sommer und Winter; Höhe und Azimut zu festen Uhrzeiten die Tabelle unter Sonnenstand-Winkel.

Was die Sonnenhöhe mit dem Schatten macht

Schattenlänge = Objekthöhe / tan(Sonnenhöhe). Je Meter Höhe heißt das: bei 60° 0,58 m Schatten, bei 45° genau 1 m, bei 30° 1,73 m, bei 15° 3,73 m. Unterhalb von 15° wächst er rasch: 5,67 m bei 10°, 11,4 m bei 5°.

Beispiel München, 21. Juni, Schirmkante in 3 m Höhe: Mittags steht die Sonne 65,3° hoch, der Schatten liegt 1,4 m neben dem Schirm. Um 17:00 MESZ sind es noch 39,6° und 3,6 m Versatz, um 19:00 MESZ 19,8° und 8,3 m. Für die Terrasse zählt deshalb die Höhe zur Stoßzeit, nicht die Mittagshöhe.

Abgrenzung

Sonnenhöhe ist nicht die Einbauhöhe des Schirms und nicht die lichte Höhe unter dem Tuch. Sie gehört zur Sonne und ändert sich mit Ort, Datum und Uhrzeit. Woher das Licht in der Horizontalen kommt, sagt der Azimut; erst beide zusammen ergeben den Sonnenstand.

Strahlung und Lichtbrechung

Auf eine waagerechte Fläche fällt bei 30° Sonnenhöhe rein geometrisch nur halb so viel direkte Strahlung wie bei senkrechtem Einfall (sin 30° = 0,5); durch den längeren Weg durch die Luft ist es real noch weniger. Wie warm es unter dem Schirm wird, hängt zusätzlich von Wind, Bewölkung und Wänden ab. Auch UV kommt nicht nur von der Sonnenscheibe: Sonnenschirm und UV-Schutz. Die Lichtbrechung in der Lufthülle hebt das Sonnenbild am Horizont um gut ein halbes Grad an, ab 20° Höhe um weniger als 0,05°.

Wo es vorkommt

In der Gastronomie entscheidet im Sommer die Sonnenhöhe um 17 oder 19 Uhr MESZ, ob die Sitze noch im Schatten liegen — zusammen mit dem Azimut. Hotels mit Westterrasse sehen es am Abend: Der Schatten wird lang und wandert unter dem Schirm hervor. Auf Plätzen mit Schirmreihen bestimmt die Höhe am Nachmittag, ob der Schatten noch auf den Tischen liegt oder schon in der Gasse daneben.

Sonnenhöhe für Ihren Ort berechnen

Der Schattenwurf-Rechner zeigt die Sonnenhöhe für Ort, Datum und Uhrzeit, dazu eine Stundentabelle über den Tag und den Schatten auf Ihrer Fläche. Die aktuelle Sonnenhöhe hängt von Ort und Uhrzeit ab: Öffnen Sie den Rechner mit Ihrem Ort, dem heutigen Datum und der jetzigen Uhrzeit. Vorbelegt: München, 21. Juni, 17:00 MESZ und Flensburg, 21. Dezember, Mittag. Der Rechner zeigt die geometrische Höhe ohne Lichtbrechung, für Flensburg am 21. Dezember daher 11,8° statt 11,9°.

Rechnung: NOAA Solar Calculator, Rechenweg nach Meeus, dieselbe Geometrie wie im Rechner, Stand 8. Oktober 2026. Orientierung, kein Standsicherheitsnachweis.

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