Windlast berechnen: Formel, Windzone, Eingaben
Aus km/h wird Druck: q = ½ · ρ · v². Dazu die fünf Eingaben für den Statiker — die Windzone schlagen Sie hier per PLZ nach.

Beispiele: · · ·
Windlast berechnen heißt: aus Standort, Gelände, Höhe und Form eine Einwirkung nach Eurocode Wind ableiten. Der erste Eingang ist die Windzone. Die schlagen Sie oben mit der Postleitzahl nach (DIBt, Stand 2. Juni 2022).
Die Grundformel ist kurz: Geschwindigkeitsdruck q = ½ · ρ · v², mit der Luftdichte ρ = 1,25 kg/m³ nach DIN EN 1991-1-4. Bei 50 km/h — darüber warnt der Deutsche Wetterdienst vor Windböen — sind das rund 0,12 kN/m², bei 100 km/h rund 0,48 kN/m²: doppelte Geschwindigkeit, vierfacher Druck. Die Last in kN auf Schirm und Anker rechnet der Statiker. Diese Seite liefert Formel, Rechenbeispiel und das Eingabeblatt für ihn. Orientierung, kein Standsicherheitsnachweis.
Wie berechnet man die Windlast? Formel und Rechenbeispiel
Aus der Windgeschwindigkeit wird der Geschwindigkeitsdruck q — die Größe, mit der jede Windlastrechnung beginnt. So steht die Formel in der Technischen Richtlinie Windeinflüsse des Bundesverbands Rollladen + Sonnenschutz (Ausgabe April 2024, S. 7):
q = ½ · ρ · v² — q in N/m², ρ = 1,25 kg/m³ (Luftdichte nach DIN EN 1991-1-4), v in m/s (km/h geteilt durch 3,6).
| Windgeschwindigkeit | Meter pro Sekunde | Geschwindigkeitsdruck |
|---|---|---|
| 49 km/h — Bahama Pure 4 × 4 m, mobiler Ständer | 13,6 | 116 N/m² ≈ 0,12 kN/m² |
| 50 km/h — darüber warnt der DWD vor Windböen | 13,9 | 121 N/m² ≈ 0,12 kN/m² |
| 65 km/h — Bahama Pure 4 × 4 m, Bodenhülse; ab hier warnt der DWD vor Sturmböen | 18,1 | 204 N/m² ≈ 0,20 kN/m² |
| 100 km/h | 27,8 | 482 N/m² ≈ 0,48 kN/m² |
Rechenweg für 65 km/h: 65 ÷ 3,6 = 18,06 m/s; 18,06² = 326; ½ · 1,25 · 326 = 204 N/m². Die Bahama-Werte sind Herstellerangaben, Stand 22. Oktober 2026 — keine Norm.
Am Beispiel: Der Bahama-Wert auf dem mobilen Ständer liegt rund ein Viertel unter dem Wert mit Bodenhülse, der zugehörige Geschwindigkeitsdruck 43 % darunter — weil der Druck mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wächst.
Druck ist noch keine Last. Für die Kraft auf Schirm und Anker braucht der Statiker drei weitere Dinge: den Böengeschwindigkeitsdruck am Standort statt einer gewählten Geschwindigkeit, einen Beiwert für die Form und die angeströmte Fläche. Laut TR Windeinflüsse (S. 10) wird dafür der Böengeschwindigkeitsdruck mit dem Druckbeiwert cp multipliziert; mal Fläche ergibt das die Kraft. Den Böengeschwindigkeitsdruck bestimmen Windzone, Gelände und Höhe nach dem Nationalen Anhang. Für Bauwerke bis 25 m Höhe und Standorte bis 800 m über NN gibt es dort ein vereinfachtes Tabellenverfahren mit den Profilen Binnenland, Küste und Inseln der Nordsee (dort nur bis 10 m Höhe). Welche Angaben der Statiker von Ihnen braucht, zeigt das Eingabeblatt.
Eingabeblatt
Bevor jemand rechnen darf, müssen fünf Dinge stehen:
| Eingabe | Was Sie eintragen | Woher |
|---|---|---|
| Windzone | 1, 2, 3 oder 4, bei Grenze beide | Suche oben, DIBt-Tabelle |
| Gelände | Geländekategorie I bis IV, von offener See und flachem Land ohne Hindernisse bis zur dichten Stadt — oder vereinfacht Binnenland oder Küste (5 km breiter Streifen landeinwärts entlang der Küste sowie die Inseln der Ostsee; für die Inseln der Nordsee eigene Werte); Hang, Ufer, Dach gesondert | Ortsbesichtigung |
| Höhe | Höhe der Tuchfläche über Grund, auf dem Dach die Gebäudehöhe dazu | Aufmaß |
| Form | Kante, Höhe, Mittelmast oder Ampelschirm, offen oder geschlossen | Herstellerzeichnung |
| Beiwerte | Form, Gelände, dynamisches Verhalten | DIN EN 1991-1-4 mit Nationalem Anhang — rechnet der Statiker |
Fehlt eine Zeile, ist das Ergebnis eine Schätzung. Eine fehlende Zahl darf nicht erfunden werden.
Zwei Terrassen in derselben Zone können sehr verschiedene Lasten sehen, sobald Dachkante oder Seeufer dazukommen. Deshalb fragen wir in der Anfrage nach der Windlage, nicht nach einer Wunschgeschwindigkeit.
Was das Verfahren nicht ist
Kein Shop-Filter, kein „unser Schirm hält X“. Ein Nachweis braucht Berechnungsgrundlage, Normfassung und Datenstand am Ergebnis.
Herstellergrenzen gelten für einen bestimmten Aufbau: Modell, Größe, Verankerung, oft auch die Stellung des Schirmdachs. Bahama nennt für den Pure getrennte Werte für Bodenhülse und mobile Aufstellung; die Windwerte von Glatz gelten nur mit fester Bodenverankerung, bei Ampelschirmen, neigbaren Modellen und allen Werten aus dem Datenblatt 2023 zusätzlich nur mit waagerecht stehendem Schirmdach. Nützlich, wenn Ihr Aufbau dem beschriebenen entspricht. Ein Wert für einen Mittelmastschirm gilt nicht für einen Ampelschirm — fragen Sie den Wert für genau Ihr Modell ab.
Fragen an den Hersteller: Für welche Verankerung gilt die Nutzung? Gilt dasselbe für Ampelschirm und Mittelmast? Was ändert sich auf Dach oder Ufer?
Reihenfolge für Gastro und Hotel
- Zone nachschlagen (Feld oben).
- Lage beschreiben: Hof, Straße, Dach, Ufer.
- Verankerung klären: Bodenhülse oder Ballast.
- Schließregel festlegen: Schließzeit.
- Bei exponierter Lage oder öffentlichem Betrieb: Statiker, nicht Katalog.
Herstellerwerte in km/h je Modell, Größe und Anker: Windgrenzen nach Größe. Ihre Lage einordnen: Windige Terrasse. Länderübersicht: Windzonen in Deutschland.
Häufige Fragen
Kann ich hier die Windlast in kN ablesen?
Nein. Hier finden Sie die Windzone per PLZ und den Geschwindigkeitsdruck zu einer Windgeschwindigkeit, zum Beispiel rund 0,20 kN/m² bei 65 km/h. Die Last in kN auf Schirm und Anker braucht zusätzlich den Böengeschwindigkeitsdruck am Standort, Beiwerte und Fläche nach DIN EN 1991-1-4 mit Nationalem Anhang; die rechnet der Statiker.
Wie rechne ich km/h in Geschwindigkeitsdruck um?
Teilen Sie die Geschwindigkeit durch 3,6, quadrieren Sie den Wert in m/s und multiplizieren Sie ihn mit 0,625 — das ist ½ · 1,25 kg/m³ Luftdichte nach DIN EN 1991-1-4. Das Ergebnis ist der Geschwindigkeitsdruck in N/m²: 50 km/h ergeben rund 121 N/m², 100 km/h rund 482 N/m². Die Last auf Schirm oder Anker ist das noch nicht; dafür fehlen Beiwert und Fläche.
Reicht die Herstellerangabe?
Nur wenn Ihr Aufbau dem beschriebenen entspricht: dasselbe Modell, dieselbe Größe, dieselbe Verankerung. Auf dem mobilen Ständer nennt Bahama beim Pure niedrigere Werte als mit Bodenhülse, und Glatz bindet seine zugelassene Windgeschwindigkeit an die feste Verankerung im Boden.
Quellen
Abgerufen am 9. Oktober 2026. Am 22. Oktober 2026 erneut geprüft: TR Windeinflüsse, Bahama, DWD-Warnkriterien und Glatz-Hinweise; Nationaler Anhang 2010-12 abgerufen am 18. Oktober 2026. Herstellerangaben gelten für das genannte Modell, Stand Abruf — keine Norm.
- Normen und Behörden: DIN EN 1991-1-4:2010-12, Windlasten · DIN EN 1991-1-4/NA:2010-12, Nationaler Anhang · DIN EN 1991-1-4/NA:2024-08, Nationaler Anhang · DIBt, Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen 2025/1, Ausgabe 20. Mai 2025 · DIBt, Zuordnung der Windzonen nach Verwaltungsgrenzen, Stand 2. Juni 2022
- Verband: Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz, TR Windeinflüsse, April 2024 — S. 5: Geländekategorien und Mischprofile; S. 7: Formel q = ½ · ρ · v², Luftdichte 1,25 kg/m³, vereinfachtes Verfahren bis 25 m Höhe; S. 10: Windlast = Böengeschwindigkeitsdruck × Druckbeiwert
- Wetterdienst: DWD, Warnkriterien — Windböen über 50 km/h, Sturmböen ab 65 km/h
- Hersteller: Bahama, Pure · Glatz, Contract Book 2026 · Glatz, Windkanal-Testergebnisse, Status 2023 (englisch) · Glatz, Windfeste Schirme · Glatz, Wichtige Hinweise Sonnenschirme
In der MVV TB 2025/1 steht noch der Nationale Anhang von Dezember 2010; DIN Media führt ihn als zurückgezogen und ersetzt durch die Ausgabe von August 2024. In der MVV TB aufgeführt ist die neue Ausgabe noch nicht.
Anfrage zu diesem Artikel
Standort, Vorhaben, wie wir Sie erreichen. Die Nachricht geht an info@schattenatlas.de.