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Rottweil: 50-Meter-Holzschale soll Landesgartenschau 2028 dauerhaft beschatten

Rottweil plant zur Landesgartenschau 2028 auf dem ehemaligen Gaswerkgelände den Neckarbogen, eine rund 50 Meter gespannte Holzgitterschale mit etwa 1.200 Quadratmetern Dachfläche, die die Sparkassen-Neckarbühne überdecken und danach dauerhaft Schatten spenden soll.

Die Stadt Rottweil plant auf dem ehemaligen Gaswerkgelände im Neckartal den Neckarbogen: eine Holzgitterschale, die zur Landesgartenschau 2028 die Hauptbühne überdachen und danach dauerhaft Schatten spenden soll. Das berichtet die NRWZ am 7. Oktober 2026 um 17.23 Uhr, Update 17.50 Uhr. An diesem Mittwoch stellte Prof. Dr.-Ing. Jan Knippers das Vorhaben in der öffentlichen Gemeinderatssitzung vor. Entwickelt wird es mit dem Exzellenzcluster IntCDC der Universität Stuttgart. Nach dem Vorkonzept misst das Dach rund 1.200 Quadratmeter, überdeckt etwa 1.100 Quadratmeter Grundfläche und spannt rund 50 Meter. Stehen soll es zur Eröffnung am 7. April 2028.

Was ist die Holzgitterschale?

Die NRWZ beschreibt eine filigrane Dachkonstruktion, am Hang und im Felsen verankert, weitgehend ohne Stützen. Der Vergleich mit einem gespannten Tuch gilt dieser Holzkonstruktion. Sie ist ein Forschungs- und Demonstrationsbau. Die Stadt wird Eigentümerin. Die Universität darf das Bauwerk zehn Jahre nach Projektende untersuchen. IntCDC forscht an ressourcensparenden Tragwerken aus regionalem Holz, das sich gegebenenfalls durch andere Materialien ersetzen lasse, etwa Faserstrukturen. Holzart, Querschnitt und Windlast nennt die NRWZ nicht.

Zur Gartenschau soll das Dach die Sparkassen-Neckarbühne mit Bühnenvorfeld und Sitzbereich überdecken. Danach bleibt die Nutzung offen: Konzerte, Theater, Beachsport, Minigolf, Ausstellungen oder ein schattiger Aufenthalt, später mit möglichen Nutzern zu klären.

Warum lassen sich dort kaum Bäume pflanzen?

Das ehemalige Gaswerk ist ein zentraler Ort der Landesgartenschau. Der Boden ist aus der industriellen Nutzung belastet, die Sanierung abgeschlossen, die Asphaltdecke muss dauerhaft bleiben. Große Bäume lassen sich kaum pflanzen. Im Sommer werde es unerträglich heiß, so Stadtrat Dr. Jürgen Mehl (SPD). Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf sagte, ohne Aufenthaltsqualität liege die Fläche bald wieder brach. Den Neckarbogen nannte er „ein Highlight, ein echtes Highlight mit Mehrwert“, das letzte große neue Bauvorhaben vor der Schau.

Was kostet der Bau, und wer trägt ihn?

Die Stadt rechnet mit 1,45 Millionen Euro Investition. Das Förderprogramm „Natur in Stadt & Land“ übernimmt 50 Prozent. Bei der Stadt verbleiben rund 725.000 Euro. Etwa 100.000 Euro für eine temporäre Bühnenüberdachung, die ohnehin eingeplant war, entfallen. Unterm Strich nennt die NRWZ 625.000 Euro Mehrkosten. Im Haushalt ist das Projekt bislang nicht veranschlagt.

Der Gemeinderat soll eine überplanmäßige Verpflichtungsermächtigung über 1,425 Millionen Euro genehmigen, 800.000 Euro von der Kreuzung Berner Feld und 625.000 Euro vom Radweg Neukirch–Vaihinger Hof. Den Zeitplan dieser beiden Vorhaben und einen Gesamtkostenrahmen für einen Abbruch lässt die Vorlage offen. Die NRWZ stellt 1,45 und 1,425 Millionen Euro nebeneinander und erklärt den Abstand nicht.

In welchen Schritten soll gebaut werden?

Drei Schritte: Forschung, Entwicklung und Genehmigungsplanung, dann die Detailplanung mit einer ausführenden Firma, schließlich der Bau. Für den ersten Schritt verlangt die Universität rund 160.000 Euro netto, die Stadt trägt etwa 80.000 Euro. Nach jedem Schritt kann sie das Projekt laut Kooperationsvertrag beenden. Belastbare Baukosten soll es erst nach Phase 1 geben. Dann entscheidet der Gemeinderat erneut.

Bis zum 7. April 2028 müssen Planung, Genehmigung, Fertigung und Montage stehen. „Die Eröffnungsfeier wird darunter stattfinden“, sagte Ruf. Planerin Monika Göbel: „Es ist extrem wichtig für uns, dass wir jetzt schnell ins Tun kommen.“ Der Ort liegt unter der denkmalgeschützten Innenstadt und am Viadukt. Erste Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege hat die Stadt nach eigenen Angaben geführt. Industriepartner zeigten Interesse; Namen nennt die NRWZ nicht.

Hat der Gemeinderat zugestimmt?

Laut NRWZ stimmte der Gemeinderat zu. Der Satz im Vorspann bricht danach ab. Stimmenverhältnis, Beschlusstext und Vorlagennummer fehlen. Im weiteren Text soll der Rat die Verpflichtungsermächtigung erst genehmigen.

Ingeborg Gekle-Maier (Grüne) nannte die Planung „unheimlich passend“, wünschte die Umsetzung und hielt Sponsoren für nötig. Das Vorhaben könne die Stadt finanziell überfordern. Monika Hugger (CDU) sprach von „jetzt oder nie“ dank der Gartenschaumittel und kündigte die Zustimmung an. Mehl befürwortete die drei Schritte, Hermann Breucha (Freie Wähler) einen möglichen Hingucker, Harald Sailer (FDP) ein Alleinstellungsmerkmal. Vorberaten hatte der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss am 30. September 2026, nicht öffentlich.

Was heißt das für Kommunen, Planer und Veranstaltungsbetreiber?

Für die Kommune rechnet die NRWZ die Holzschale gegen eine temporäre Bühnenüberdachung von etwa 100.000 Euro. Ob sie zum 7. April 2028 fertig wird, lässt die Vorlage offen. Einen Plan B nennt die NRWZ nicht. Vergabe und Betrieb: Einsatz Kommune. Für Planer bleibt der Asphalt, große Bäume sind kaum pflanzbar. Textile und Membranlösungen sind dafür eine andere Bauart; Lastannahmen und Lebensdauer nennt die Quelle nicht. Den Tagesgang zeigt der Schattenwurf-Rechner, Krone gegen Bauwerk: natürliche Beschattung. Einsatz Planer. Für Veranstaltungsbetreiber liegen Bühne, Vorfeld und Sitzbereich unter der Schale, das Programm danach ist offen. Unterhalt und Verkehrssicherung trägt die Stadt, Beträge nennt niemand: Einsatz Event. Miete statt Dauerbau: Stuttgart 2026. Textile Freiräume: Hitzesommer 2026. Eine Akte unter Projekte entfällt.

Häufige Fragen

Wie groß soll der Neckarbogen werden?

Nach dem Vorkonzept der NRWZ vom 7. Oktober 2026: rund 1.200 Quadratmeter Dach, etwa 1.100 Quadratmeter Grundfläche, rund 50 Meter Spannweite. Das ist keine abgenommene Geometrie.

Was kostet das die Stadt Rottweil?

1,45 Millionen Euro Investition, Hälfte aus „Natur in Stadt & Land“, rund 725.000 Euro Stadtanteil, abzüglich etwa 100.000 Euro temporäre Überdachung bleiben laut NRWZ 625.000 Euro Mehrkosten. Die Ermächtigung beträgt 1,425 Millionen Euro. Phase 1: rund 160.000 Euro netto, Stadt etwa 80.000 Euro. Belastbare Baukosten erst danach.

Liegt ein ausgezählter Ratsbeschluss vor?

Die NRWZ schreibt das im Vorspann und bricht den Satz ab. Ein Stimmenverhältnis fehlt, die Ermächtigung steht noch als zu genehmigende Vorlage. Eine Sitzungsvorlage mit Beschlusstext liegt dieser Meldung nicht vor.

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Primärquelle: NRWZ. Angaben ohne eigene Begehung, Stand 08.10.2026.